AUSZEIT

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DIE KUNSTHOCHSCHULE

Mitten im Stadtzentrum von Marrakesch befindet sich eine Oase der Ruhe, die prachtvoller nicht sein könnte – die Medersa Ben Youssef. Ihre detaillreiche, architektonische Ausarbeitung ist einzigartig: in kalligrafischer Schriftkunst ausgestaltete Koransuren, abstrakte Dekorkunst, feinste Stuckfriese, geschnitzte Zedernholzbalken sowie Blendarkaden und Hufeisenbögen – alles Ornamentstile, die auf der Kunstform der Arabeske basieren. Dabei ist die Medersa im Grunde nichts anderes als eine Schule. Wie müssen sich die Studenten, die vor 400 Jahren ihren unbändigen Wissensdurst zu stillen versuchten, hier gefühlt haben? KASBAH ist dieser Frage nachgegangen und hat diesen meditativen Ort inmitten der wohl quirligsten Stadt der Welt besucht.

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Text: KASBAH

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Heute quetschen sich Studenten in unseren Universitäten in überfüllte Hörsäle, sitzen auf Treppen oder lauschen per Lautsprecher der Vorlesung. Da hatten es die Studierenden der Medersa Ben Youssef im 16. Jahrhundert deutlich besser. Ihr Studienort war nicht nur ein Meisterwerk der morgenländischen Architektur. Nein – hier hatte auch jeder Student seinen Platz. Die Medersa Ben Youssef war im Maghreb die größte islamische Hochschule ihrer Zeit. In der Medersa lebten Studenten aller sozialen Schichten. Im großen, zentralen Innenhof trafen sie sich und tauschten sich aus. Die Medersa wurde im Stil typisch islamischer Architektur erbaut. Als Baumaterialien wurden unter anderem italienischer Marmor aus Carrara und Zedernholz aus dem Atlas verwendet. Eindrucksvoll sind besonders die geometrischen Motive, die traditionellen Mosaike, die auf den Wänden und Denkmälern zu finden sind, das prachtvolle Marmorbecken sowie die mächtige Kuppel aus Zedernholz. An den Seiten des Innenhofs befinden sich zwei Gänge, die von großen Säulen gesäumt sind. Diese Gänge führen in das Innere der Medersa. Im Obergeschoss angekommen, findet sich der Besucher im Labyrinth der zahllosen Studentenzimmer wieder. Die schönsten bieten einen herrlichen Blick auf den zentralen Innenhof und sind sehr geräumig. Die Medersa wurde vor 60 Jahren liebevoll restauriert: Ihre Architektur, die edlen Materialien und das reiche Dekor vereinen sich zu prachtvoller Schönheit. Noch heute ist sie eine der berühmtesten Koranschulen des Maghrebs und ein einzigartiges Zeugnis marokkanischer Kunst und Kulturgeschichte. An diesem Ort vergehen die Stunden im Flug. Für einen Augenblick fühlt man sich hier wie in einer anderen Welt oder wie ein Student der Medersa Ben Youssef. 


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Über vier Jahrhunderte lang beherbergte sie Studenten aus aller Welt. Als Unterkünfte dienten mehr als hundert Zimmer im Obergeschoss des 1500 Quadratmeter großen Gebäudes. Diese Räume können heute noch besichtigt werden. Kleine Texte an den Wänden erläutern den damaligen Alltag.

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