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Charles Melia – der Abenteurer

Haben Sie schon einmal Golf gespielt? Nein? Alles, was Sie schon immer über Golf wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten – wir taten es. KASBAH sprach mit Michel Besanceney, Direktor des Royal Palm Golf & Country Clubs in Marrakesch, über angebliche Wasserverschwendung, Langweiler und Anfängerglück.

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Michel, warum braucht Marrakesch noch einen weiteren Golfplatz?
In Marrakesch gibt es etwa 15 Golfplätze. Zum Vergleich: In Palm Springs in Kalifornien, einer Wüstenregion, gibt es 80 Golfplätze. Um Marrakesch überhaupt als Golfdes-tination wahrzunehmen und zu bezeichnen, bedarf es einfach 15 Golfplätze, mindestens. Der Vorteil hier ist, dass sie sich in einem Umkreis von 20 Kilometern befinden. So hat man auf relativ kleinem Raum sehr schöne Golfplätze, die von berühmten Leuten wie Jack Niklaus, Colin Montgomery oder Cabell B. Robinson designt wurden.

Aber warum dann Marrakesch? Man könnte doch gleich nach Palm Springs fahren!
Marrakesch heißt Sonne, gutes Essen und Nightlife – nur drei Flugstunden von den Hauptstädten Europas entfernt! Ich komme übrigens gerade aus Kitzbühel. Dort hat es nur geregnet. Ich kann Ihnen sagen, ich freue mich jetzt auf Marrakesch. Die Stadt ist die beste Destination, wenn man einen Citybreak braucht. Abends kann man ausgehen, es gibt 300 Restaurants! Hier hat man einfach alles.

Marrakesch ist ja praktisch eine Wüstenstadt. Bringt da ein neuer Golfplatz vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit nicht auch Probleme mit sich?

Natürlich. Wasser ist für uns auch ein sehr wichtiges Thema. Ein Golfplatz wie unserer verbraucht im Jahr etwa 600 000 Kubikmeter Wasser, um das Green und die Pflanzen zu bewässern. Da haben wir verständlicherweise auch Gegner. Aber leider sind sie oft nur unzureichend informiert. Sie wissen nicht, dass die Golfplätze in Marrakesch der Stadt eine große Kläranlage finanziert haben. Jeder Golfplatz hat dafür drei Millionen Euro bezahlt. Dort wird nicht nur das Abwasser aus Marrakesch gereinigt. Eine weitere Funktion dieser Kläranlage besteht darin, die Golfplätze in Marrakesch mit Wasser zu versorgen. Somit verbrauchen wir keine zusätzlichen Wasserressourcen, die zum Beispiel für die Landwirtschaft sehr wichtig sind. Die Kläranlage befindet sich im Norden von Marrakesch in Tamansourt, etwa 30 Kilometer von uns entfernt. Wir sind durch eine Hauptleitung direkt mit der Kläranlage verbunden. Sie reinigt jährlich 35 Millionen Kubikmeter Wasser allein für alle Golfplätze in Marrakesch.

Der Stadt Marrakesch entstehen also durch die Golfplätze keine Nachteile?

Im Gegenteil! Wir führen sogar dem Grundwasser wieder sauberes Wasser zu, da wir ja nur Brauchwasser für die Bewässerung der Greens nutzen. Mit diesem Wasser, das auch unseren Seen zugute kommt, entstehen auf unserem Golfplatz übrigens neue Ökosysteme und Migrationszonen, neue Vogelarten siedeln sich rund um die Seen an. Außerdem schaffen wir so auch noch viele neue Arbeitsplätze.

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Sie sagten, dass es in Marrakesch 15 Golfplätze gibt. Warum sollte man eigentlich ausgerechnet auf diesem Golfplatz spielen?
Weil wir alles daran setzen, einen wirklich erstklassigen Golfplatz zu gestalten und zu führen. In Marrakesch haben drei Golfplätze das gleiche Niveau wie wir. Dann gibt es einige, die rustikaler sind, und andere wiederum sind etwas kommerzieller aufgezogen. Unser Ziel ist, dass sich unsere Besucher einfach wohl fühlen und sagen: „Das ist wunderschön, hier gefällt es mir.“ Und ich glaube sagen zu dürfen, dass uns das ganz gut gelungen ist. Wir haben hier zum Beispiel 3 000 sehr alte Olivenbäume gepflanzt. Die versprühen eine unbeschreibliche Atmosphäre! Natürlich entwickelt sich unser Parcours auch immer weiter. Wir möchten an einigen Stellen weitere, neue Bäume und an einem anderen See Schilf pflanzen, um ein ganz bestimmtes Landschaftsbild zu kreieren. Selbstverständlich will all das auch perfekt gepflegt sein. Diese Perfektion gehört zu unserem Anspruch. Das gilt auch für unsere Parcours, die die Qualitäten eines Meisterschaftsparcours besitzen und dennoch – gleichzeitig – freundlich und angenehm gestaltet sind. Wir gehören ja zu den Beach-Comber-Hotels. Das sind alles Hotels der Extraklasse.

Nichtgolfer behaupten ja stets, dass Golf langweilig sei. Wie kann man sich einen Tag auf Ihrem Golfplatz vorstellen?

Man kommt morgens an, trainiert ein bisschen, isst zu Mittag. Nachmittags wird Golf gespielt. Ein Spiel kann bis zu vier Stunden dauern. Man sollte also etwas Zeit mitbringen. Das kann ein Nachteil für berufstätige Leute sein. Aber für Rentner beispielsweise ist das etwas Schönes. Man ist einfach den ganzen Tag beschäftigt. Ein Golfspiel ähnelt nie dem anderen. Sie schlagen heute anders als gestern, kommen an eine Stelle, wo Sie vorher noch nicht waren. Wir ändern die Position der Fahnen auf dem Green täglich. Der Tag ist also sehr abwechslungsreich. Golf ist außerdem ein sehr geselliger Sport!

Das kann man wohl sagen. Als ich Sie auf dem Golfplatz getroffen habe, sind Sie mit Ihren Freunden vor lauter Herumalbern kaum zum Spielen gekommen. Golfer gehen also doch nicht zum Lachen in den Keller.
Haben Sie das gedacht? Tut mir leid, wenn Sie jetzt enttäuscht sind. Übrigens: Am Tag Ihres Besuches war das ein schönes Freundschaftsspiel. Die Stimmung war ausgelassen, es war echt lustig.

Warum?
Weil ich mit meinen beiden Freunden um einen kleinen Einsatz gespielt hatte. Als Sie zu Besuch waren, haben die glatt gedacht, es wäre ein Trick von mir, um sie vom Spiel abzulenken. Ehrgeizig sind die nämlich immer noch, das sind echte Typen: Dominique war zwischen 1975 und 1985 Profi-Tennisspieler. Er ist übrigens der einzige, der je gegen Björn Borg einen Satz mit 6:0 bei einem Grand-Slam Turnier geschafft hat, auch wenn er zum Schluss verloren hat. Alain war der Chef einer französischen Golfkette und Präsident eines sehr bekannten Golfclubs.

Wie lange dauert es denn, bis man von sich behaupten kann, dass man Golfer ist?

Nach einer Woche bei uns ist man gut vorbereitet, kann sich in einem Club anmelden und ein Golfspieler werden. Golf ist deshalb auch für Anfänger so spannend, weil man rasch Erfolgserlebnisse hat. Es gelingt einem schnell, den Ball 100 oder 150 Meter weit zu schlagen. Diesen Schlag möchte man sofort wiederholen. Das Virus hat einen dann gepackt. Bei uns gibt es sehr viele Anfänger. Unsere Gäste können hier Golf lernen und sind darüber hinaus bestens versorgt: Equipmentverleih, Golfmobile, Hammam, Jacuzzi, Pool, Massageräume, Boutique, Restaurant – es fehlt an nichts. Allein im Golfclub arbeiten über 60 Angestellte! Ein weiterer Vorteil am Golfspielen ist, dass man „mischen“ kann. Ich habe zum Beispiel mehrere Jahre in Europa als Profi gespielt und bin es heute noch. Aber mich stört es nicht, mit Leuten zu spielen, die schlechter sind als ich. Auch für meinen Partner ist das sehr gut – er merkt sich Tricks, lernt dabei. Jeder spielt eben sein Spiel. Aufgrund des Handicap-systems können beim Golf alle Niveaus gemischt werden. Wenn sich zwei Tennisspieler mit unterschiedlichem Niveau treffen, klappt das nicht. Nur beim Golf funktioniert das.

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Michel Besanceney wurde in Madagaskar geboren und ist in Südamerika aufgewachsen. Er hat als Golfprofi auf Turnieren in Asien, Südamerika, Afrika, Europa und den USA gespielt. Er ist Mitglied der European Tour seit 1988 und hat verschiedene Turniere gewonnen: unter anderem 1988 die French Golf Championships und 1991 die Côte d’Ivoire Open. Seit 2008 leitet er den Aufbau und den Betrieb des Royal Palm Golf & Country Clubs.

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