STRANDBAD I

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Im Schatten von Tanger
ASILAH

Maxime aus Frankreich arbeitete eineinhalb Jahre in Tanger. In seiner Freizeit ging er auf Entdeckungsreise und erkundete Marokkos Norden. Jedes Mal war eine andere Gegend dran – bis er zum ersten Mal in eine kleine Hafenstadt am Atlantik gelangte. Fortan fuhr er nur noch dorthin – nach Asilah.

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Fotos: Maxime L., Martí Margarit – Text: KASBAH

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Der französische Impressionist Paul Cézanne sagte einmal über seine Stadt Aix-en-Provence: „Wer hier geboren wurde, ist verloren. Nichts anderes gefällt einem mehr.“ Genauso ist es Maxime ergangen, seitdem er das erste Mal Asilah besucht hatte. Nichts anderes gefiel ihm mehr. „Die Stadt hat eine unglaubliche Ausstrahlung. Hinter jeder zweiten Straße verbirgt sich eine kleine Überraschung, sei es eine Malerei oder irgendein Kunstobjekt. Graffitis entdeckt man an jeder Ecke,“ schwärmt Maxime. Tatsächlich ist es fast unmöglich, sich dem besonderen Charme der pittoresken Hafenstadt zu entziehen. Asilah wird wegen seiner Künstler, die hier und in der Umgebung leben, mit Essaouira verglichen. Wie in der südlichen Schwesterstadt findet auch in Asilah alljährlich ein renommiertes, internationales Kulturfestival statt, das inzwischen weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Schriftsteller, Musiker, Maler und Bildhauer pilgern dann für einen Monat, im August, nach Asilah und lassen sich von der einmaligen Atmo-sphäre, die dann dort herrscht, inspirieren. Außerhalb des Festivals erinnert Asilah oft an ein beschauliches Städtchen. „Die Ruhe habe ich sehr genossen,“ erinnert sich Maxime. „Meine Arbeitskollegen haben das genauso empfunden. Wir sind oft zusammen nach Asilah gefahren.


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Mit ihren Hinterlassenschaften geben die Künstler der Stadt wieder jene Magie zurück, von der sie zuvor profitieren konnten. Asilah hat mit den Künstlern gewissermaßen einen Pakt geschlossen: „Ich gebe dir und du gibst mir!“ Aus dieser reziproken Beziehung zwischen Künstlern und Stadt entsteht eben dieser einzigartige Spirit, der wiederum alle Besucher in den Bann schlägt.

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Von Tanger braucht man mit dem Auto keine Stunde. Ein echter Kontrast zur Hektik bei der Arbeit. In Tanger waren wir am Innenausbau des neuen Werks für die Fahrzeuge Lodgy und Dokker beteiligt. Das Werk war gerade fertiggebaut, als ich ankam. Dann mussten die Werkzeuge für die Herstellung der Blechteile der Fahrzeuge installiert werden. Das war unser Part, der  manchmal ganz schön stressig war. Asilah war stets unsere Oase der Ruhe“, erinnert sich Maxime. „Nur, ob das auch in Zukunft so bleibt?“ Die Befürchtung ist nicht ganz unberechtigt. Denn Maxime ist nicht der Einzige, der sich in diesen Ort verliebt hat. Bei den Besuchern ist Asilah ziemlich angesagt und könnte sich – ähnlich wie Marrakesch, Essaouira und Tanger – zu einer Top-Destination entwickeln. Dabei wurde Asilah noch Anfang der 1980er- Jahre – die Älteren unter den Marokkorei-senden werden sich erinnern – in den Reiseführern eher nur beiläufig, bestenfalls als Kuriosität erwähnt. Davor interessierten sich allenfalls Seefahrer für den Ort: Die Phönizier errichteten hier um 1500 v. Chr. einen Handelsstützpunkt, genau wie die Portugiesen 3000 Jahre später. Aus dieser Zeit stammt auch die für Asilah typische Festungsmauer, die direkt auf die Felsklippen gebaut wurde. Wegen der schneeweiß ge-tünchten Häuser mit den blauen Türen und Fensterläden hat Asilah einen andalusischen Charakter und erinnert an Chefchaouen im Rifgebirge. 

„Asilah könnte sich – wie Marrakesch, Essaouira

und Tanger – zu einer Top-Destination entwickeln.“

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„Die Graffitis wechseln jedes Jahr. Zum Beispiel das Bild mit dem Wal gibt es heute gar nicht mehr. Während des internationalen Festivals malen die Künstler einfach neue Graffitis auf die alten.“ Maxime


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„Da die Festung quadratisch ist, kann man sich in den Gassen nicht verlaufen. Man findet immer wieder auf den Hauptweg zurück und kommt früher oder später immer an der Mauer an.“ Maxime

„Es gibt viele kleine Läden. Die Händler sind

nett und gelassen und gar nicht aufdringlich.“

Die Medina ist so blitzsauber wie die Altstadt in einem Schweizer Dorf. „Asilah hat auch ein angenehmes Klima. Man kann stets leichte Klamotten tragen. Manchmal regnet es, wie es am Meer eben so ist: leicht und nicht dauerhaft“, meint Maxime. „Deshalb war es auch nicht schwer, meine Frau zu überzeugen, mit unseren beiden kleinen Kindern nachzukommen. Meine jüngste Tochter war damals gerade mal drei Monate alt. Asilah war sozusagen meine Trumpfkarte. Später sind wir dann oft mit der ganzen Familie nach Asilah gefahren und haben uns in der Medina einfach treiben lassen. Hier kann man richtig gut bummeln gehen. Es gibt viele kleine Läden. Die Händler sind nett und gelassen und überhaupt nicht aufdringlich. In einem kleinen, unscheinbaren Café auf dem Platz haben wir immer frisch gepressten Orangensaft getrunken – einmalig! Davon erzählen wir heute noch. Das war definitiv der beste Orangensaft, den ich je getrunken habe! Schon deswegen müssen wir nach Asilah zurückkehren.“


Info: Asilah und Umgebung

info00KULTURFESTIVAL
ASILAH
Asilah kann weniger mit spektakulären historischen Monumenten aufwarten. Die kleine Hafenstadt besticht wegen ihres besonderen Charmes, der vor allem Kreative anzieht. Nicht ohne Grund findet seit 1978 das renommierte Kultur- und Musikfestival in Asilah statt. Drei Wochen im August gehört Asilah den internationalen Künstlern und Musikern. Die Hotels sind entsprechend ausgebucht. Früh buchen!

STORCHENSCHLOSS 
LARACHE
Knapp 40 km südlich von Asilah liegt die spanisch geprägte Hafenstadt Larache. Die hübschen Cafés an der großen Place de la Libération mit ihren vielen Brunnen laden zum Verweilen ein. Das „Storchenschloss“ , eine spanische Festung, schützte im 17. Jahrhundert die Medina vor Übergriffen. Interessant ist auch der für seine schönen Messing- und Kupferschmiedeartikel bekannte Souk.

RUINENSTADT
LIXUS
Nur wenige Kilometer nördlich von Larache befindet sich Lixus. Sie ist neben Volubilis die bedeutendste Ruinenstadt Marokkos. Lixus wurde von den Phöniziern im 11. Jahrhundert gegründet und gehört zu den ältesten Siedlungen des Landes. In der Antike befand sich hier die größte Anlage zur Fischverarbeitung. Sehenswert sind auch das Amphitheater sowie die Ruinen
von Thermen und Wohnhäusern.

PFLICHTPROGRAMM 
TANGER
Tanger (oben rechts) besticht nicht nur durch das mediterrane Klima und die langen Strände. Es ist das koloniale Flair der „nouvelle ville“, sowie die charmante Medina mit den unzähligen Gassen und Plätzen, die Tanger viel Charme verleihen.

PETIT U. GRAND SOCCO

TANGER
Der Petit Socco (spanisch für Souk) ist das pulsierende Herz der Medina. Sehenswert sind die kleinen Läden. Am Grand Socco, der zwischen Medina und Neustadt liegt, findet man zahlreiche Restaurants und Cafés sowie den großen Wochenmarkt.

KASBAH
TANGER
Die Kasbah aus dem 12. Jahrhundert ist eine der Hauptattraktionen. Sie beherbergt den Sultanspalast und mehrere Museen. Die Kasbah wurde auf dem höchsten Punkt gebaut. Von dort hat man einen einmaligen Panoramablick über beide Kontinente.

HOTEL CONTINENTAL
TANGER
Das berühmte Hotel aus dem Jahr 1865 hat Kultstatus. Im zweiten Weltkrieg fungierte es als Versteck für Spione, später avancierte es zum Mittelpunkt des kosmopolitischen und kulturellen Lebens der Stadt und ist heute ein Stück marokkanische Zeitgeschichte.

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