STRANDBAD I

STRANDBAD I

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LOST IN OUALIDIA
LAGUNE FÜR GENIEßER

Auf der einen Seite der wilde Atlantik, auf der anderen Seite die geschützte Lagune – diese kontrastreiche, einzigartige Lage unterscheidet Oualidia von allen anderen Seebädern Marokkos. Aber das ist nicht alles. Oualidia gilt als Feinschmeckerparadies. Hummer- und Krabbenfang an der zerklüfteten Felsküste im Atlantik, Austernzucht im ruhigen Gewässer der Lagune. Der beliebte Badeort mit seiner etwas melancholischen Atmosphäre hat eine magische Wirkung auf die Besucher. Im Wechselspiel zwischen Entspannung und Genuss kann man hier jegliches Zeitgefühl verlieren. Der perfekte Kurort für Workaholics und Burn-out-Gefährdete.

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Fotos / Text: Willy Vlodacek

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Der Himmel ist bedeckt, es ist windstill und weder besonders warm noch kühl. Die Fischer schieben ihre Kähne ins Meer hinaus und kämpfen dabei gegen die mächti-gen Wellen an. Die Krabbenfischer kontrollieren ihre mit Langusten und Meeresspinnen gefüllten Netze, die in den Spalten der porösen Felsen hängen. Ein Tag wie jeder andere. Und wie jeden Tag macht auch Karima am „Grande Plage“, wie sie den Strand hier an der Atlantikseite nennen, ihren morgendlichen Spaziergang. „Ich liebe diesen Strand“, sagt sie, „diese Stimmung, einmalig! Mit nichts möchte ich tauschen. Oualidia ist ein Paradies auf Erden.“ Karima ist nicht von hier. Sie wurde in Casablanca geboren und wuchs in Deutschland auf. Heute lebt sie hier. „Das Klima ist traumhaft, gerade für mich als Asthmatikerin. Auch das Umland ist wunderschön“, sagt sie. Karima hat 26 Jahre im Rheinland gelebt, zuerst in Düsseldorf, später in Leverkusen. Ihre Mutter ist Deutsche, der Vater Marokkaner. „Meine Eltern hatten hier 1972 ein Grundstück gekauft und ein Haus gebaut. Damals war Oualidia noch ein Dörfchen. Hier haben wir unsere Sommerferien verbracht. Das war noch eine andere Zeit!“, schwärmt sie. Inzwischen hat sie das Haus geerbt und lebt dort mit ihrem Mann. Es liegt keine 200 Meter vom Strand entfernt, direkt an Oualidias Hauptstraße, wo sich heute etliche Restaurants, Läden und Hotels befinden. „Aus Casablanca und Marrakesch kommen viele Besucher der Austern wegen“, erzählt Karima.

AUS CASABLANCA UND MARRAKESCH KOMMEN VIELE

BESUCHER NUR DER HUMMER UND AUSTERN WEGEN

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Die Fischer fahren stets frühmorgens bei Ebbe raus, wenn das Meer ruhig ist. Dann werfen sie  ihre Netze und Körbe aus.  Wenn sie zurückkommen, wird der Fang sofort aus den Booten heraus ver-kauft. Die Meeresspinnen und Hummer werden in den Netzen der umspülten Felsenvorsprünge zwischengelagert. Die größten Meeresspinnen wiegen zwischen zwei und drei Kilogramm. 

Die Austernbänke liegen am nördlichen Ende der Lagune. Dort befindet sich auch eine Saline. „Man kann da mit dem Boot hinfahren“, sagt sie. „Austern essen und zurückfahren! Ab und zu muss man sich das mal gönnen.“ Das dachten sich die Ehepaare Michel und Mireille Robert und George und Evelyne Poirrier auch. Beide waren mit ihren Wohnmobilen in Marokko unterwegs und trafen sich zufällig in der Wüste – und das, obwohl sie zuhause nur 30 Kilometer voneinander entfernt wohnen. „In der Lagune“, so berichtet Michel, „habe ich das Kajakfahren gelernt. Dort werden Meerkajaks vermietet. Eine tolle Sache. Das macht richtig Spaß!“ Die beiden Paare haben ansonsten viel Zeit mit Erkundungen verbracht. Unweit der Lagune gibt es zahlreiche Höhlen. „Manche sind so groß, dass zehn Personen darin Platz finden. Ein junger Fischer hatte uns dahin geführt. Vor einer Höhle hatte er sich auf einem Felsen eine Plattform gebaut. Dort kocht er für Touristen, grillt Meeresspinnen über dem Feuer. Für uns hat der junge Mann Muscheln und Sardellen zubereitet, die wir dann an einem Tisch fünf Meter über dem Meer gegessen haben. Einmalig!“ Auch George und Evelyne kommen wegen solcher Abenteuer immer wieder gern nach Oualidia. Und immer gibt es in dem kleinen Ort etwas Neues zu entdecken. „Auf dieser Reise haben wir mit den Roberts auch öfters am Strand gegessen“, erzählt George. „Wir wurden vormittags am Strand von Fischern angesprochen. Sie wollten dort Mittagessen für uns zubereiten, direkt am Meer. Wir vereinbarten, dass wir gegen 12 Uhr 30 essen wollten. Als wir ankamen, hatten sie bereits Stühle, einen Tisch und einen Sonnenschirm für uns aufgestellt. Dann haben sie für uns gegrillt: Frischer Fisch und Langusten mit einem Hauch Olivenöl vom Holzkohlengrill – köstlich! Da wir dann noch etwas Appetit hatten, kam schließlich noch ein Steinbutt auf den Grill.“

„IN DER LAGUNE HABE ICH DAS KAJAKFAHREN GELERNT

EINE TOLLE SACHE. DAS MACHT RICHTIG SPASS!”

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Die Temperaturen steigen im Sommer nicht über 30 Grad. Im Winter betragen die Höchsttemperaturen 20 Grad.  In Oualidia gibt es viele sehr schöne, kleine Strandabschnitte. Man kann kilometerweit laufen. Die Lagune ist quasi ein langer Fluss, der ins offene Meer führt. Das Wasser ist zwei bis drei Meter tief. Die  Wassertemperatur in der acht Kilometer langen Lagune liegt bei 17 bis 18 Grad. 

Wer sich nicht am Strand auf den Teller schauen lassen will und sich lieber ganz auf die feinen Krabbler konzentrieren möchte, bestellt einen Tisch bei Ahmed, dem Besitzer des Hotelrestaurants „L’Araignée Goumande“ („die gierige Meeresspinne“, Anm. d. Red.). Seine Gäste kommen aus ganz Marokko, besonders aus Safi, Essaouira und Marrakesch. Ahmed ist 61 Jahre alt, in Oualidia geboren und bekannt wie ein bunter Hund. Die Leute mögen sein offenes Wesen, die Art und Weise, mit welcher Leidenschaft er sein Restaurant führt und überhaupt die Unge-zwungenheit in seinem Restaurant – denn hier speisen die Gäste mitunter in Badehose. „Ich habe meine Ausbildung im Restaurant L’Hyppocampe absolviert“, erzählt er. „1986 habe ich dann in Oualidia mein eigenes Restaurant eröffnet – das ‚L’Araignée Gourmande‘. Zehn Jahre später sind wir in dieses Lokal umgezogen. Ich habe es gekauft und daraus ein Hotelrestaurant gemacht.“ Die Terrasse des Restaurants führt direkt auf den Lagunenstrand. Jeden Mittag fallen die Sonnenanbeter bei ihm ein und besetzen die zahlreichen Tische. Binnen einer halben Stunde ist das Lokal voll. Dann geht es zur Sache! Es wird bestellt, was die Küche hergibt. Die Gäste schlürfen an den Austern und werkeln an den robusten Schalen der Krustentiere, als hätten sie wochenlang gefastet. Welch ein Gelage! Gäbe es eine Fortsetzung von „La grande bouffe“ („Das große Fressen“; Anm. d. Red.) – „L’Araignée Gourmande“ wäre die perfekte Filmkulisse. „Auf unserer Speisekarte stehen frische Meeresfrüchte, die täglich und je nach Saison wechseln.

Wir servieren verschiedene Muscheln, darunter Venusmuscheln, Meeresspinnen, Austern, Seeigel, Krabben, und Hummer – natürlich auch Fisch: Doraden, Rotbarben, Wolfsbarsche und Seezungen. Unsere Ware kommt täglich frisch ins Haus.“ Die Gäste schätzen das gute Essen, den fairen Preis: Ein Menü mit Salat, Austern, Muscheln und Meeresspinne als Vorspeise, gegrilltem Fisch als Hauptgang und hausgemachter Nachspeise ist in Europa für 15 Euro nicht zu bekommen. Seine Küche bezeichnet er als weder marokkanisch noch französisch, sondern als lokale Küche aus Oualidia. „Unsere überaus beliebten Meeresspinnen werden in kochendem Meerwasser mit etwas Zitronensaft und Zwiebeln zubereitet. Die Hummer und Langusten werden ebenfalls gekocht oder gegrillt“, sagt er. Dafür gibt es allerdings kein „Bella-Rossini-Chichi“, das mag Ahmed nämlich überhaupt nicht. Sein Laden ist authentisch. Die Einrichtung ist sehr einfach, genauso wie die Zimmer. Aber wer hier übernachtet, hat vorher fürstlich getafelt. Und nach einer Flasche gutem marokkanischen Sauvignon Blanc kann einem die Einrichtung auch egal sein. Ahmeds „gierige Meeresspinne“ ist absolut Kult. Und das trifft auch irgendwie auf Oualidia zu. Das Leben erscheint hier unbekümmert. So, als treibe man den ganzen Tag ziellos mit dem „Vaporetto“ in der Lagune umher. Einfach so. Und macht nichts. Absolut nichts.

„FRISCHER FISCH UND LANGUSTEN MIT EINEM HAUCH

OLIVENÖL VOM HOLZKOHLENGRILL – KÖSTLICH!”

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Als wir ankamen, hatten sie bereits Stühle, einen Tisch und einen Sonnenschirm für uns aufgestellt. Dann haben sie für uns gegrillt: Frischer Fisch und Langusten mit einem Hauch Olivenöl vom Holzkohlengrill – köstlich! Da wir dann noch etwas Appetit hatten, kam schließlich noch ein Steinbutt auf den Grill.“ Wer sich nicht am Strand auf den Teller schauen lassen will und sich lieber ganz auf die feinen Krabbler konzentrieren möchte, bestellt einen Tisch bei Ahmed, dem Besitzer des Hotelrestaurants „L’Araignée Goumande“ („die gierige Meeresspinne“, Anm. d. Red.). Seine Gäste kommen aus ganz Marokko, besonders aus Safi, Essaouira und Marrakesch. Ahmed ist 61 Jahre alt, in Oualidia geboren und bekannt wie ein bunter Hund. Die Leute mögen sein offenes Wesen, die Art und Weise, mit welcher Leidenschaft er sein Restaurant führt und überhaupt die Ungezwungenheit in seinem Restaurant – denn hier speisen die Gäste mitunter in Badehose. „Ich habe meine Ausbildung im Restaurant L’Hyppocampe absolviert“, erzählt er. „1986 habe ich dann in Oualidia mein eigenes Restaurant eröffnet – das ‚L’Araignée Gourmande‘. Zehn Jahre später sind wir in dieses Lokal umgezogen. Ich habe es gekauft und daraus ein Hotelrestaurant gemacht.“ Die Terrasse des Restaurants führt direkt auf den Lagunenstrand. Jeden Mittag fallen die Sonnenanbeter bei ihm ein und besetzen die zahlreichen Tische. Binnen einer halben Stunde ist das Lokal voll. Dann geht es zur Sache! Es wird bestellt, was die Küche hergibt.

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Zum Essen haben wir eine Flasche marokkanischen Roséwein mitgebracht. Die Langusten, Krabben und Hummer werden zunächst in der Mitte geteilt und dann gegrillt. Wir waren übrigens nicht alleine, am Strand war sehr viel los. Es standen mindestens 50 Tische da! “

WENN DIE SONNENANBETER

EINFALLEN; GEHT ES ZUR SACHE

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Täglich frischer Fisch: „Die Fischer haben es ja nicht weit. Vom Meer zu uns sind es keine 400 Meter und die Lagune liegt direkt hinter der Terrasse“, sagt Ahmed.

Die Gäste schlürfen an den Austern und werkeln an den robusten Schalen der Krustentiere, als hätten sie wochenlang gefastet. Welch ein Gelage! Gäbe es eine Fortsetzung von „La grande bouffe“ („Das große Fressen“; Anm. d. Red.) – „L’Araignée Gourmande“ wäre die perfekte Filmkulisse. „Auf unserer Speisekarte stehen frische Meeresfrüchte, die täglich und je nach Saison wechseln. Wir servieren verschiedene Muscheln, darunter Venusmuscheln, Meeresspinnen, Austern, Seeigel, Krabben, und Hummer – natürlich auch Fisch: Doraden, Rotbarben, Wolfsbarsche und Seezungen. Unsere Ware kommt täglich frisch ins Haus.“ Die Gäste schätzen das gute Essen, den fairen Preis: Ein Menü mit Salat, Austern, Muscheln und Meeresspinne als Vorspeise, gegrilltem Fisch als Hauptgang und hausgemachter Nachspeise ist in Europa für 15 Euro nicht zu bekommen. Seine Küche bezeichnet er als weder marokkanisch noch französisch, sondern als lokale Küche aus Oualidia. „Unsere überaus beliebten Meeresspinnen werden in kochendem Meerwasser mit etwas Zitronensaft und Zwiebeln zubereitet. Die Hummer und Langusten werden ebenfalls gekocht oder gegrillt“, sagt er. Dafür gibt es allerdings kein „Bella-Rossini-Chichi“, das mag Ahmed nämlich überhaupt nicht. Sein Laden ist authentisch. Die Einrichtung ist sehr einfach, genauso wie die Zimmer. Aber wer hier übernachtet, hat vorher fürstlich getafelt. Und nach einer Flasche gutem marokka-nischen Sauvignon Blanc kann einem die Einrichtung auch egal sein. Ahmeds „gierige Meeresspinne“ ist absolut Kult. Und das trifft auch irgendwie auf Oualidia zu. Das Leben erscheint hier unbekümmert. So, als treibe man den ganzen Tag ziellos mit dem „Vaporetto“ in der Lagune umher. Einfach so. Und macht nichts. Absolut nichts.


Info: Qualidia

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DIE LAGE
Der Badeort Oualidia liegt an der Atlantikküste zwischen El Jadida und Safi, 158 Kilometer von Casablanca und 212 Kilometer von Marrakesch entfernt.

DIE STRÄNDE
Oualidia hat lange, naturbelassene Sandstrände. Der Küstenabschnitt wird hier auch „Côte d‘Azur Marokkos“ genannt. Auf der Atlantikseite befindet sich der große Sandstrand. Auf der anderen Seite liegt die acht Kilometer lange Lagune, die sich bis zu den Salinen erstreckt.

KRUSTENTIERE
In Oualidia werden sowohl Hummer als auch Krabben, Meeresspinnen und Langusten gefangen. Das Fleisch der Hummer und Meeresspinnen ist sehr fein im Geschmack. Langusten schmecken etwas kräftiger. Die Meeresspinnen sind in Oualidia sehr preiswert, eine echte Alternative zu den Hummern.

AUSTERN
Am nördlichen Ende der Lagune, direkt neben den Salinen, befinden sich die Austernbänke von Oualidia. Man kann dort mit dem Boot hinfahren. Die Austern werden das ganze Jahr über geerntet. Sie kosten, je nach Größe, umgerechnet etwa einen Euro das Stück.

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