WEINLAND MAROKKO

WEINLAND MAROKKO

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Weinland Marokko
2000 Jahre Tradition

Jährlich werden in Marokko über 50 Millionen Flaschen produziert, rund 90 Prozent verbleiben auf dem heimischen Markt. Das mag verwundern. Aber Weinbau hat in Marokko eine ebenso lange Tradition wie die Toleranz und Offenheit der marokkanischen Gesellschaft.

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Text: KASBAH 

Der Weinbau auf dem Gebiet des heutigen Marokkos hat eine lange Tradition und reicht bis zu den Phöniziern zurück. Ab dem 1. Jahrhundert florierte der Weinbau unter den Römern und erlebte bis ins 7. Jahrhundert seine erste Blütezeit. Auch nach dem Eintreffen der Araber und des Islams im Jahr 681 wurde dank der jüdischen Minderheit im Land die Weinproduktion nie ganz unterbrochen. Ab 1870 förderten Probleme mit der Reblaus sowie ein hoher Weinkonsum in Europa den Weinbau in der Maghreb-Region. Heimische medizinische Weine wurden mit den europäischen Weinen gemischt. Die neu belebte Weinproduktion erlitt nach dem Ende des französischen Protektorats (1912–1956) 1956 einen jähen Einbruch: Quantität und Fläche des Weinbaus wurden auf ein Zehntel reduziert. Mit dem Vertrag von Rom 1958 durften die Weine aus der Maghreb-Region zudem nicht mehr zu den französischen Weinen gezählt werden.

Zwei Männer glaubten aber dennoch in den 60er-Jahren an die Zukunft des Weins in Marokko: Brahim Zniber (Les Celliers de Mèknes) und Guy Bacconet (Domaine des Ouled Thaleb/Thalvin) aus den Regionen Meknes und Ben Slimane. Mit zwei ganz unterschiedlichen Typen von Weinen brachten sie die Qualität in den Weinbau Marokkos zurück. Neue Weingüter und Rebsorten, Winzer aus Frankreich sowie Investitionen und neue Technologien steigerten die Qualität des Weins ab den 90er-Jahren weiter. Inzwischen gibt es sieben Weingüter in dem muslimisch geprägten Land. Neben den vorgestellten Weingütern Les Celliers de Mèknes und Domaine des Ouled Thaleb/Thalvin zählen die 1993 erbaute, staatseigene Domaine de Sahari bei Meknes und die Domaine du Val d’Argan in Essaouira zu den weiteren Weingütern in der Region. Auf einer Fläche von insgesamt 10 000 Hektar werden Weinreben angebaut, etwa 6 000 Hektar davon werden für den Weinbau verwendet. 50 bis 55 Millionen Flaschen oder circa 460 000 Hektoliter werden hier pro Jahr produziert. Während lediglich 10 Prozent ins Ausland exportiert werden, verbleiben rund 90 Prozent auf dem heimischen Markt. Dies verdeutlicht die Toleranz und Offenheit der Gesellschaft des heutigen, neuen Marokkos und hat auch zu einem verstärkten Engagement der Franzosen im marokkanischen Weinbau geführt.


Thalvin ist das älteste marokkanische Weingut und wurde 1923 erbaut. Die erste Ernte erfolgte bereits im Jahr 1927. Es ist das zweitwichtigste Weingut in Marokko und produziert 5 Millionen Flaschen im Jahr. Auf einer Fläche von 800 Hektar werden Top-Qualitätsweine angebaut und hergestellt. Les Celliers de Mèknes ist Symbol für die Wiederbelebung und Erneuerung des marokkanischen Weins. Allein hier werden mit 35 Millionen Flaschen über 50 Prozent des insgesamt jährlich im Land produzierten Weins hergestellt. Der Wein wird auf 2 500 Hektar Fläche angebaut und bewegt sich preislich im eher unteren Segment. Zu Les Celliers de Mèknes gehören auch die mit dem AOC-Siegel ausgezeichneten Weine Côteaux de l’Atlas und Crémant de l’Atlas sowie ein Chateau-Wein und der Château Roslane 1er cru.

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Château Roslanen

Jährlich werden in Marokko über 50 Millionen Flaschen produziert, rund 90 Prozent verbleiben auf dem heimischen Markt. Das mag verwundern. Aber Weinbau hat in Marokko eine ebenso lange Tradition wie die Toleranz und Offenheit der marokkanischen Gesellschaft.

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Text: Deutsche Welle

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Sanfte Hügel und Weinreben, so weit das Auge reicht. Überall duftet es nach frisch geernteten Trauben. Im Garten plätschert leise ein andalusischer Brunnen. Im Glas ein kühler Chardonnay. Weinliebhaber sind in Marokko bestens aufgehoben. Vor allem auf dem safranfarbenen Gut Château Roslane, dem Hauptsitz der Celliers de Mèknes, am Fuße des Atlasgebirges. Einfache Landweine, teure Cuvées, feinster Champagner: 25 Rebsorten gedeihen hier bestens – vor allem Carignan, Cinsault, Grenache, Chardonnay, Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah. Manche Reben wachsen auf Lehmboden – das sorgt für charaktervolle, würzige Weine; andere auf sandigem Terroir – das Ergebnis sind fruchtige, elegante Tropfen wie Trois Domaines, Rimal, oder der Top-Weißwein Côteau de l’Atlas. Kellermeister Omar Zaio ist immer wieder begeistert: „Er moussiert ein bisschen, er ist fruchtig, hat eine leichte Säure, und das zählt – er reizt die Zunge, er ist rund und hat einen vollen Abgang. Ein wunderbarer Wein.“ Pro Jahr werden hier mehr als 30 Millionen Flaschen abgefüllt. Mehr als 1200 Mitarbeiter sind bei dem Weinhersteller tätig. Auf über 5000 Hektar erstreckt sich die Rebfläche. Die Celliers de Mèknes ist ein Unternehmen der Superlative. Gelesen wird klassisch von Hand oder mit der Rüttelmaschine. Es gibt computergesteuerte Kelter-, Kühl- und Abfüllanlagen, Edelstahltanks für zehntausende Hektoliter Wein – und im Keller mehr als 2000 teure Barriquefässer für die edelsten Gewächse des Château Roslane. Omar Zaio steht gerne vor der großen Wand mit den Gold- und Silbermedaillen, die sein Weingut bei internationalen Wettbewerben schon gewonnen hat.

Ein Zeichen für Qualität. Im Château Roslane betont man stolz, man halte sich streng an die Regel, keinen Zucker zuzusetzen, um die Gärung zu beeinflussen. „Die marokkanische Sonne ist gut für unseren Wein, und Regen kommt auch, aber das Problem ist der Chergui, der heiße Wüstenwind, der die Trauben zu Rosinen macht – Allah sei Dank hat er uns in diesem Jahr verschont!“, sagt Omar Zaio. Es ist sehr trocken in Meknes, und die Reben müssen deshalb ständig bewässert werden. Immerhin könne man an der Chemie sparen, versichert der Kellermeister. Wegen der Hitze gibt es kaum Schädlinge, die Ernte läuft sehr gut. Bisher sind es vor allem die Marokkaner selbst, die den Wein aus Meknes fast alleine austrinken. Dabei ist er sehr teuer: In den Restaurants kostet ein Top-Wein schon mal 50 Euro. Aber die Produzenten kalkulieren knallhart: Sie können sich die hohen Preise leisten. Denn Zölle, Steuern und Importkosten machen einen französischen Chablis auch nicht gerade billig. Doch Chef-Winzer Ben Omar Zouir will sich nicht auf dieser Preisgarantie ausruhen – er will neue Märkte erobern. Die Weine aus den Celliers de Mèknes sollen auch in Deutschland Botschafter für Marokkos Lebensart sein. Noch landen 90 Prozent ihrer Weine auf dem marokkanischen Markt. „Wir exportieren zwar auch nach Frankreich, nach Japan und so weiter, aber wir können noch mehr tun, Marokkos Weine müssen unbedingt noch bekannter werden. Das wird zwar sehr mühsam für uns, aber es lohnt sich auch. Denn die Qualität ist da, und ich bin sicher, die Leute werden Spaß an unseren Weinen haben“, sagt Zouir.

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LA PERLE DU SUD

Rebsorte: 100 % Chardonnay (Blanc de Blancs)
Weinanbaugebiet: Schutzsiegel AOC seit dem 01/01/2012 «Crémant de l’Atlas»
Anmerkung zur Verkostung:
Farbe: Kristallklar mit goldenen Schattierungen
Geruch: Frisch und lebendig, seidig, mit fruchtigem Aroma
Geschmack: Fein perlend
Methode der Weinherstellung: Méthode Champenoise
Ergänzt folgende Speisen: Den Aperitif oder auch die Hauptgänge
Ideale Servier-­Temperatur: 10 °C

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CHÂTEAU ROSLANE BLA

Weinanbaugebiet: Schutzsiegel AOC (Appellation d’Origine Contrôlée), 1er Cru Anmerkung zur Verkostung:
Farbe: Strahlendes Rubinrot mit granatfarbenen Reflexionen
Geruch: Gelbe Früchte, gebutterter und gerösteter Pfirsich
Geschmack: Florale Aromen harmonieren mit einer frischen Säure
Methode der Weinherstellung: 6 Monate im Eichenfass, 6 Monate in der Flasche
Ergänzt folgende Speisen: Weißes Fleisch, Fisch, Käse, cremige Desserts
Ideale Servier-­Temperatur: 12 °C

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KSAR BAHIA ROSÉ

Rebsorte: 100 % Cabernet Sauvignon
Weinanbaugebiet: Schutzsiegel AOC (Appellation d’Origine Contrôlée), «Beni M’Tir»
Anmerkung zur Verkostung:
Farbe: Klares Pink mit einem Hauch von Grau
Geruch: Floraler, fruchtiger, würziger Duft
Geschmack: Frisch und aromatisch, sanft und vornehm
Methode der Weinherstellung: Traditionelle Herstellung im Stahltank
Ergänzt folgende Speisen: Salate, würzige Speisen, frischen Käse, Desserts
Ideale Servier-Temperatur: zwischen 8 ° und 10 °C

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DOMAINE RIAD JAMIL

Rebsorte: 100 % Carignan Old Vines
Weinanbaugebiet: Schutzsiegel AOC (Appellation d’Origine Contrôlée), «Beni M’Tir»
Anmerkung zur Verkostung:
Farbe: Dunkelrot mit rubinfarbenen Reflexionen
Geruch: Dunkle Früchte, würzig, leichte Tabak-­Note
Geschmack: Seidig und samtig
Methode der Weinherstellung: In französischen Eichenfässern gereift
Ergänzt folgende Speisen: Fleisch, Käse, schokoladige Desserts
Ideale Servier- Temperatur: zwischen 16 ° und 18 °C

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CHÂTEAU ROSLANE ROUGE

Rebsorte: Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah
Weinanbaugebiet: Schutzsiegel AOC (Appellation d’Origine Contrôlée), 1er Cru
Anmerkung zur Verkostung:
Farbe: Dunkles Rubinrot mit granatfarbenen Reflexionen
Geruch: Schwarze und rote Früchte, würzig, Vanille-­Note
Geschmack: Großzügig, gut strukturiert und harmonisch
Methode der Weinherstellung: 14 Monate im Eichenfass, 18 Monate in der Flasche
Ergänzt folgende Speisen: Rotes Fleisch, Wildfleisch, Käse, schokoladige Desserts
Ideale Servier-Temperatur: zwischen 16 ° und 18 °C

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