REISEN MIT KINDERN

REISEN MIT KINDERN

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DIE KARAWANE ZIEHT WEITER

Sie planen einen Familienurlaub? Machen Sie es wie die Michaelis’! Die vierköpfige Familie reiste im Sommer 2015 nach Marokko. An Land und Leuten interessiert, natur- und kulturbegeistert, stellten sie eine zweiwöchige Tour zusammen: Ein perfekter Mix aus Erleben, Entdecken und Relaxen. Die anspruchsvollen Globetrotter kamen begeistert zurück. Eine Anleitung für den Traumurlaub.

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Text: Alexander Bergel / Fotos: Andrea Michaelis

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Andrea und Heinrich Michaelis aus St. Vith in Belgien reisten im vergangenen Sommer mit ihren Söhnen Mike, 15, und Steve, 17, nach Marokko. Andrea Michaelis erzählte KASBAH von der zweiwöchigen Familientour.

Vorbereitung zu Hause
Wir reisen gerne und viel. Als die Kinder noch klein waren, waren wir in Europa unterwegs, später auch auf anderen Kontinenten. Dieses Jahr wollten wir nach Marokko. Da wir unsere Reisen gerne selbst planen, informieren wir uns erstmal gründlich, wälzen Reiseführer, lesen Berichte im Internet. So eine Tour will gut durchdacht sein, eine Reise mit Jugendlichen ist ja schon eine kleine Herausforderung. Unser Credo: Prioritäten setzen. Alles können wir sowieso nicht sehen. Und: Auf die richtige Mischung kommt es an. Wir sind sehr naturbegeistert, also gehört das ins Programm. Land, Leute und Kultur wollten wir aber auch kennenlernen. Natürlich soll etwas Zeit zum Relaxen sein, am besten zum Schluss. Ein Pool in den Hotels ist uns wichtig, besonders für die Jungs. So stellen wir Schritt für Schritt eine Tour zusammen, buchen vom Hotel bis zum Mietwagen alles vorab. Der Zeitaufwand lohnt sich!

Einstimmung: Malerische Städte
Nach unserer Ankunft am Flughafen von Tanger holen wir gleich unseren Mietwagen ab: Ein SUV mit genügend Platz für uns alle, samt Gepäck. Allerdings kein Allrad − das hätten wir im Nachhinein anders gemacht. Unser erstes Ziel: Chefchaouen, die blau-weiße Stadt. Nach zwei Stunden Fahrt erreichen wir unser Hotel, das nur einen Steinwurf von der Medina entfernt liegt. Die Kinder wollen gleich in den Pool. Warum nicht, nach der langen Anreise eigentlich genau das Richtige. Vom Pool aus haben wir einen wunderbaren Blick über die Dächer der Medina. Herrlich. Der Urlaub kann beginnen. Später schlendern wir durch die Gassen, die im abendlichen Sonnenlicht eine farbenprächtige Atmosphäre bieten. Die perfekte Einstimmung auf unsere Reise. Abends gehen wir in einem Restaurant marokkanisch essen

Als Eine Reise mit Jugendlichen ist schon eine Herausforderung.
Aber Marokko hat es uns leicht gemacht: Das Land hat so
viele Facetten, es kam nie langeWeile auf!


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Auf den Straßen kann man sich immer mal wieder einen Snack oder eine Erfrischung holen. Die Kaktusfeigen sind sehr lecker, aber man sollte sie gleich vom Verkäufer schälen lassen, denn sie haben winzige Stacheln. Außerdem lernen wir, beim Klettern auf einer Palme immer auf das „Drei-Punkte-System“ zu achten: Zwei Hände und ein Fuß (oder umgekehrt) sollen immer Kontakt zum Baum haben

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Auf der Speisekarte: Tajine, Couscous, Fleischspieße und mehr. „Jungs, was wollt ihr essen?“ „Pommes.“ Am nächsten Tag fahren wir nach Fes. Dieses mittelalterlich anmutende Labyrinth aus Gassen und Straßen verschlägt uns sofort den Atem. Unser Riad liegt direkt in der Medina. Ankommen, auspacken. „Kinder, worauf habt ihr Lust?“ „Auf den Pool.“ Warum fragen wir überhaupt? Später erkunden wir dann doch noch die Medina − mit einem Guide, denn wir haben Respekt vor dem Gewirr aus verschachtelten Gassen. Das Highlight ist das berühmte Gerberviertel. Unser Guide gibt uns allen ein paar frische Minzblätter, für den Fall, dass mal der strenge Geruch der Färbemittel vorbeiweht. Die Minzblättchen duften ganz wunderbar erfrischend. Aber wir brauchen sie nicht, so schlimm ist es gar nicht. Tags darauf wagen wir uns dann mal allein in die Medina, lassen uns treiben, „verlieren“ uns im Labyrinth. Einzigartig!

Zedernwälder und BerberAffen
Unser nächstes Ziel ist die Wüste. Da der Weg dahin weit ist, machen wir einen Zwischenstopp in den Zedernwäldern bei Azrou, in denen wilde Affen leben. Dieses Naturerlebnis wollen wir mitnehmen. Idealerweise bietet unser Hotel Reitausflüge an. Um fünf Uhr nachmittags sind wir da, um sechs sitzen wir auf dem Rücken der Pferde. Geduldigen Schrittes tragen sie uns Reitanfänger durch die imposanten Zedernwälder, während Berberäffchen unsere Wege kreuzen. War das schön! Die zweite Etappe in Richtung Wüste legen wir am folgenden Tag zurück. In Merzouga treffen wir unseren neuen persönlichen Guide, den wir für die kommenden vier Tage gebucht haben. Wir haben ihm die Auswahl der Hotels und die Organisation des Programms in dieser Zeit überlassen − eine goldrichtige Entscheidung!

In der Wüste
Nach einer Nacht im Hotel in Merzouga, das direkt neben den Sanddünen liegt, unternehmen wir mit unserem SUV eine erste Tour am Rande der Wüste. Heinrich sitzt am Steuer. Nach und nach verlassen wir die befestigten Straßen, folgen nur noch Spuren im Sand, ab und zu nochmal ein Wegweiser.

Als Eine Reise mit Jugendlichen ist schon eine Herausforderung.
Aber Marokko hat es uns leicht gemacht: Das Land hat so
viele Facetten, es kam nie langeWeile auf!


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Im Sommer ist der Sand trocken und locker. Zuerst ging es ganz gut. Aber dann gab Heinrich nur einen kleinen Moment zu wenig Gas − und schon saßen wir fest. Bei etwa 45 Grad durften die Männer dann schieben, wir haben Tränen gelacht!

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Wir sind umgeben von gewaltigen Sanddünen, bis zu 150 Meter hoch, einem Meer aus Sand, verlieren langsam, aber sicher die Orientierung. So etwas haben wir noch nie gesehen. Gott sei Dank kennt unser Guide den Weg. In den frühen Abendstunden, es ist etwas kühler, steigen wir auf Dromedare um. Mike hat etwas Respekt vor dem Aufsitzen, aber es geht ohne Probleme. Wir steuern auf dem breiten Rücken der Wüstentiere genüsslich auf eine Oase zu. Im abendlichen Licht wirkt die Sahara ganz anders als in der prallen Mittagssonne. Nach zwei Stunden erreichen wir unser Nachtlager, essen mit anderen Gästen Tajine, dazu wird Berbermusik gespielt, genießen den Abend, beobachten den Sternenhimmel. Heinrich schläft unter freiem Himmel, unsere Söhne und ich im Berberzelt. Am nächsten Morgen geht es früh raus, der Sonnenaufgang steht auf dem Programm. Wir erklimmen eine haushohe Düne und genießen die Aussicht auf ‚unsere‘ Oase.

Weiter ins Tal der Rosen
Unser Guide begleitet uns noch ins Tal der Rosen. Auf der Fahrt durch die Todra-Schlucht sitzt er am Steuer, verlässt hin und wieder die Straße. Wir passieren Höhlen von Berber-Nomaden, eindrucksvolle Felsformationen, fahren über Stock und Stein: Natur pur, wir fühlen uns wie am Ende der Welt. Am Abend erreichen wir eine Kasbah, unser Quartier für die nächsten zwei Nächte. Man erwartet hier keinen Luxus: In den traditionellen Lehmbauten taucht man authentisch in das landestypische Leben ein − genau das, was wir wollen! Wir unternehmen eine wunderschöne Wanderung mit Picknick in der freien Natur; Steve reitet auf einem Maultier und läßt sich bei einem Barbier rasieren. Es kommt nie Langeweile auf!

Von Marrakesch ans Meer
Unsere vorletzte Station ist Marrakesch. Hier kommen die Jungs endlich zu ihren Pommes. Zum Abschluss gönnen wir uns vier Tage All-inclusive-Strandurlaub in Agadir, ganz ohne Programm, einfach zum Relaxen. Ein großartiger Urlaub!


Info: Reisen mit Kindern in Marokko

FLUG
Ein Direktflug ist von Deutschland nach Marokko etwa 3 bis 4 Stunden unterwegs. Das ist problemlos mit Kleinkindern machbar. Flugverbindungen, die ein Umsteigen erforderlich machen, sollte man Kleinkindern nicht zumuten.

UNTERKÜNFTE
Die großen Hotels verfügen über eine gute Infrastruktur für Kinder. Hotels und Riads verfügen in der Regel über Kinderbetten. Familien, die in einem Riad wohnen möchten, sollten darauf achten, dass die Zimmer nicht zu klein sind.

GESUNDHEIT
Kleinkinder müssen gegen Sonneneinstrahlung geschützt sein. Für die Milch- oder Breizubereitung sollte man Mineralwasser verwenden. Durchfallerkrankungen lassen sich so vorbeugen. Das marokkanische Mineralwasser ist überall erhältlich. Notfall Ist ein Arzt vonnöten, kann sehr schnell und unkompliziert geholfen werden. Hotels und Riads verfügen meist über Adressen von Ärzten, mit denen sie zusammenarbeiten. Nach dem Anruf kommt der Arzt in der Regel in kürzester Zeit ins Haus. Eine Konsultation kostet etwa 50 Euro. Der Betrag muss bar bezahlt werden. In den größeren Städten gibt es Notdienst-Apotheken, die nachts geöffnet haben.

WINDELN UND BEIKOSTNAHRUNG
Wegwerfwindeln findet man in jeder Medina und an jedem Kiosk. Beikostnahrung und Hygieneartikel für Babys hingegen sind nur in den großen Supermärkten wie Marjane, Carrefour oder Acima erhältlich. Diese großen, gut sortierten Supermärkte gibt es in allen größeren Städten. Die Beikostnahrung kostet etwa dasselbe wie bei uns.

REISEN IM LAND

Wer sich unterwegs Zeit nimmt, vermeidet Stresssituationen. Je stressfreier der Ablauf, desto entspannter sind die Kinder. Wichtig sind stets geregelte Abläufe: schlafen, essen, reisen – am besten immer zur gleichen Uhrzeit. Wechselnde Orte hingegen sind für Kleinkinder kein Problem. Der emotionale Fixpunkt ist durch die permanente Nähe der Eltern ohnehin gegeben. Keine langen Autofahrten und sehr oft Pause machen!

UNSER FAZIT
„Wir haben ja die komplette Reise vorher über‘s Internet gebucht und waren absolut begeistert, dass alles so reibungslos geklappt hat – da haben wir schon ganz andere Sachen erlebt! Wir haben uns immer sicher gefühlt, begeistert hatte uns auch die Hilfsbereitschaft der Marokkaner. Standen wir zum Beispiel mit einem Stadtplan an der Straße, war sofort jemand zur Stelle, der uns weiterhalf, ohne dafür ein
‚Bakschisch‘ haben zu wollen.“

Rückblick Reisen mit Kindern


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