Aufbruch I Sport

Aufbruch I Sport

rachids_traum00

ADVENTURE-RALLYE “COURRIER SUD”

Auf den Spuren von St-Exupery

Wer kennt es nicht, das weltberühmte Kinderbuch des Piloten Antoine de Saint-Exupéry: „Der kleine Prinz“. Weniger bekannt ist sein erster Roman „Südkurier“, die Geschichte eines Postpiloten, der über Marokko nach Dakar fliegt, dort jedoch nie ankommt. Sein Landsmann François Laurent war von diesem Roman und Saint-Exupéry derart fasziniert, dass er ihm eine einzigartige Rallye gewidmet hat. Sie heißt: „Courrier Sud“ – Südkurier.

Was für eine Art Rallye ist die „Courrier Sud“?
Eine Kombination aus sportlichem Wettbewerb und Entdeckungstour: Unsere Teilnehmer lernen Marokko beim Mountainbiken und Laufen kennen.

Der Name der Rallye erinnert an einen Roman von Antoine de Saint-Exupéry. Welchen Zusammenhang hat die Rallye mit dem französischen Autor?
„Courrier Sud“, also „Südkurier“, war sein erstes Buch, das er 1929 in Cap Juby Marokko geschrieben hat und in dem er seine Erfahrungen als Luftpostpilot während des Ersten Weltkrieges verarbeitet. Die Lebensgeschichte und Philosophie Exupérys faszinierten und inspirierten mich schon immer und ich glaube, dass ich da nicht der einzige bin. Die Rallye habe ich 1995 anlässlich seines 50. Todestages gegründet. Ich wollte damit meine Zuneigung und Bewunderung ausdrücken.

Die Rallye trägt den Beinamen „Auf den Spuren von Saint-Exupéry“. Was bedeutet das konkret?

Als wir 1995 die erste Rallye planten, war unsere Idee, auf der Tour alle wichtigen Lebensstationen Exupérys zu durchlaufen. Die Rallye startete also in Straßburg, wo Saint-Exupéry 1921 seinen Militärdienst als Pilot absol-vierte. Von dort aus ging es in seine Geburtsregion Ain, dann nach Lyon, wo seine Familie herkam. Es folgte Toulouse, wo er als Pilot für die Luftpost flog. Seine Flug-route führte damals über Dakar und Casablanca nach Cap Juby ganz im Süden Marokkos an der Atlantikküste. Cap Juby, heute Tarfaya, war das Ziel unserer Rallye. Drei Jahre lang folgte die Rallye dieser Strecke, die Teilnehmer brauchten drei Wochen. Aber es war zu viel, zu lang. Seit dem vierten Jahr verläuft sie ausschließlich in Marokko, das Ziel ist immer Tarfaya, auch die Atlantikküste ist jedes Jahr im Programm.


rachids_traum02


rachids_traum02


rachids_traum02

Wo genau verläuft denn die Strecke in diesem Jahr?
Von Agadir über den Antiatlas zum Plage Blanche im Süden Marokkos. Wussten Sie, dass der Name „Plage Blanche“ von den Piloten der Luftpost geprägt wurde? Auf dem Weg nach Cap Juby war das ihr Bezugspunkt: Er sah von oben wie ein riesiger weißer Felsen aus.

Wann findet die Rallye statt?
Vom 24. Oktober bis zum 1. November 2015.

Was unterscheidet die Rallye „Courrier Sud“ von den vielen anderen Rallyes in Marokko?
Unser erstes Anliegen es ist, dass die Teilnehmer Marokko sehen und erleben können. In einer Woche legen sie 1.200 Kilometer zurück und passieren dabei unterschiedlichste Landschaften, Regionen, Bevölkerungen. Viele andere Rallyes finden nur in einer Region statt, etwa in der Wüste.

Wie lang sind die Tagesetappen?
Die einzelnen Etappen sind etwa 200 Kilometer lang. Davon gehören aber nur 120 Kilometer direkt zum Rennen, der Rest ist eine Verbindungsstrecke, die mit dem Auto zurückgelegt wird. Die Teilnehmer müssen die Strecke allerdings nicht allein bewältigen. Es werden Teams mit jeweils vier Sportlern gebildet: Jeder legt zu Fuß oder mit dem Rad einen Teil der Strecke zurück − wie bei einem Staffellauf. Es ist immer Teamarbeit, auch wenn das Programm von Tag zu Tag variiert. Unsere Rallye ist kein extrem harter Wettbewerb. Dennoch kommen die Teilnehmer auch mal an ihre Grenzen.

Wie läuft ein Tag auf der Rallye konkret ab?
Es geht früh um sieben oder um acht los, damit wir nicht in die Mittagshitze kommen. Abends soll es nicht zu spät werden, sodass Zeit bleibt, sich zu regenerieren oder etwas zu besichtigen. Eine weitere Besonderheit unserer Rallye: Wir suchen den Kontakt zur Bevölkerung, haben immer ein bis zwei Laufstrecken, wo die Bevölkerung am Rennen teilnehmen kann. Da laufen schon mal 300 oder 400 Leute mit, jung und alt − wir sind jedes Mal wieder erstaunt, die Stimmung ist fantastisch!
Wo kommen die Teilnehmer denn nach einem anstrengenden Tag unter?
Wir übernachten meistens im Biwak, also Zeltlagern, die wir eigens aufbauen. Wir legen Wert auf den Erlebnis-charakter, wollen nah an der Natur bleiben. Daher ziehen wir Biwaks den Hotels vor.

Wie ist denn das Terrain für die Läufer?
Sehr unterschiedlich. Dieses Jahr geht es zwei Tage in den Antiatlas. Danach in Wüstenregionen und schließlich in Richtung Plage Blanche, einer Küstenlandschaft. Wir versuchen, stets eine gute Mischung aus Meer, Bergen und grünen Landschaften zu haben.

Wie kamen Sie auf die Idee, diese Rallye zu gründen?
Ich bin ein begeisterter „Abenteuer-Sportler“. Ich habe vor langer Zeit an einer Lauf-Rallye teilgenommen, der Paris-Gao-Dakar. Die dauerte sechs Wochen, ein 6.500 Kilometer langer Staffellauf. Von Paris ging es nach Spanien, durch Marokko, Algerien, Mali und Senegal bis nach Dakar. Damals habe ich Afrika, die Wüste, die Sterne entdeckt. Ich hatte die Bücher von Saint-Exupéry dabei und habe viel gelesen. Dieses Rennen existiert heute nicht mehr, aber es hat mich nicht losgelassen. Also bin ich selbst vom Läufer zum Organisator geworden. Ich arbeite unentgeltlich, so wie unser ganzes 25-köpfiges Team. Auch in Marokko haben wir etwa 40 Helfer!

Haben Sie Kontakt mit der Familie Exupérys?
Selbstverständlich. Der Name Saint-Exupéry ist geschützt, ich brauchte die Genehmigung, den Namen nutzen zu dürfen. Die Familie hat mich von Beginn an unterstützt, manchmal sind sie sogar beim Einlauf der Läufer vor Ort. Wir pflegen eine sehr enge Beziehung.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Corinne Vastel, Redaktion KASBAH

Rückblick: Sport


AUSGABE NO.3

AUSGABE NO.2

AUSGABE NO.1

Kultur

NEWS

no4Ad

FOLGEN SIE UNS!

no4Ad

no4Ad

no4Ad

no4Ad

BESTELLSERVICE

Erscheinungstermin der
KASBAH NO.7: Juli 2017


INFO MAROKKO

karte

Karte

Klima

Flugverbindungen

Steckbrief

Reisen im Land

TOP HOTELS

Selection Exclusive