WELLNESS

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La vie en Rose

In Marokko wird eines der kostbarsten Bestandteile von Parfums und Wellness-Produkten hergestellt: das Rosenöl. So begehrt es ist, so schwierig ist seine Gewinnung. Die Herstellung hat es in sich. Im Frühjahr werden unzählige Rosenblüten von Hand geerntet und verarbeitet. Ein Ereignis, das mit einem rauschenden Fest begangen wird. Wer sich das anschauen möchte, muss in eine der abgelegensten Regionen des Landes reisen: das ‚Tal der Rosen‘.

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Text: Alexander Bergel 

Rosen in Marokko – DIe Anfänge
Der Legende nach brachten Pilger aus Mekka die Rosa damascena − eine von weltweit über 200 Rosenarten − bereits im 10. oder 11. Jahrhundert nach Marokko. Nachgewiesen ist der Anbau im berühmten Tal der Rosen jedoch erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Zeit des französischen Protektorats, gefördert durch französische Parfumeure, deren Interesse speziell der Rosa damascena galt. Ihr Markenzeichen: Ein starker Duft und ein hoher Gehalt an ätherischen Ölen. Beste Eigenschaften für die Herstellung des kostbaren Rosenöls, dessen Produktion extrem aufwendig ist und das bei Parfumeuren in aller Welt hoch geschätzt wird. Seine Verwendung ist schon im antiken Griechenland bekannt. Dort wurde das Öl durch Extraktion mittels Sesamöl gewonnen und als Parfum sowie als Aroma für Speisen verwendet. Das moderne, auch heute noch gebräuchliche Verfahren der Wasserdampfdestillation stammt ursprünglich aus Persien. Es verbreitete sich um 1000 n.Chr. in Europa und Nordafrika.
Auch in Marokko wird Rosenöl vermutlich schon lange mittels traditioneller Verfahren hergestellt. Seit 1938 wird es in den Destillerien von El-Kelâa M’Gouna, das im Tal der Rosen liegt, in größeren Mengen produziert und von dort in alle Welt exportiert.

Das Tal der Rosen
Das Tal der Rosen liegt rund 300 Kilometer von Marrakesch entfernt, am Fuße des Hohen Atlas. Es ist im berühmten Dades-Tal beheimatet, auf etwa 1500 Meter Höhe, und wird durch den Fluss Assif M’Goun, der im Hohen Atlas entspringt, bewässert. Das Klima ist semi-arid: beste Voraussetzungen für die Rosa damascena und die Rosa centifolia, die hier angebaut und in El-Kelâa M’Gouna, der marokkanischen Rosenstadt, verarbeitet werden. Marokko ist neben Bulgarien und der Türkei der weltweit größte Produzent dieser Rosenarten. Jährlich werden im Tal der Rosen etwa 2000 Tonnen Rosenblüten geerntet und zu einer Vielzahl an verschiedenen Produkten verarbeitet − ein enorm wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region, der großes Wachstumspotenzial hat.


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Echte Handarbeit
Noch vor Sonnenaufgang beginnen die Rosenpflückerinnen, die Rosenknospen und -blüten von Hand zu ernten und in Körben und Säcken zu sammeln. Zu dieser frühen Tageszeit ist der Gehalt an ätherischem Öl am höchsten. Dem Sammeln folgt die Auslese. Danach werden die Blüten entweder gleich in der Destillerie verarbeitet oder auf den Lehmdächern der Kasbahs getrocknet. Aus den Blütenblättern wird durch Wasserdampfdestillation das wertvolle Rosenöl gewonnen. Die Ausbeute ist allerdings extrem gering: Für einen Liter Rosenöl werden 5000 Rosenblüten benötigt, das sind in etwa drei Tonnen. Rosenöl ist eines der kostbarsten ätherischen Öle, die unter anderem für die Herstellung hochwertiger Parfums verwendet werden: Drei Milliliter kosten derzeit etwa 150 Euro. Das sogenannte Rosenwasser, ein begehrtes Wellnessprodukt, fällt bei der Destillation als Nebenprodukt an. Rosenöl wird heute allerdings auch künstlich hergestellt: Die synthetische Variante erreicht zwar nicht die edle Qualität des Originals, kostet jedoch auch nur einen Bruchteil davon.

Wellness für Haut und Körper
Rosenöl ist Bestandteil zahlreicher Parfums und wird zu diesem Zweck in alle Welt exportiert. Darüber hinaus ist es schon seit Jahrhunderten für seine heilende, insbesondere entzündungshemmende Wirkung bekannt. 2013 wurde die Rosa damascena vom ‚Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise‘ sogar zur Heilpflanze des Jahres gewählt, sie wirke „krampflösend und fiebersenkend“. Im Supermarktregal finden sich denn auch unzählige Wellness-Produkte, denen Rosenöl oder Rosenwasser beigefügt ist: vom Duschbad über Körperlotionen und Cremes bis hin zu Massageölen und Gesichtswässern. Rosenwasser ist zudem ein beliebtes Mittel zur Hautpflege. In der arabischen Welt ist Rosenwasser traditionell auch in der Küche unverzichtbar. Wer schon einmal in Marokko war, wird ihm zumeist schon bei der Ankunft im Riad oder zur Begrüßung in einem Geschäft oder einem marokkanischen Haushalt begegnen. Denn zu dem landestypischen ‚Berberwhiskey‘, dem Minztee, werden Briouats gereicht: süßes Gebäck, dem oft etwas Rosenwasser beigemischt wird und ihm ein unverwechselbares Aroma verleiht. Nicht zu vergessen: Rosenwasser ist oftmals Bestandteil von Marzipan, das schon lange den Weg nach Europa gefunden hat.

Ein Fest zu Ehren der Rose
Die beste Gelegenheit, die überwältigende Schönheit des Tales der Rosen zu erleben, bietet sich im Frühjahr. Dann stehen die Rosen in voller Blüte. Anfang Mai findet seit 1960 zudem alljährlich das viertägige Rosenfest in El-Kelâa M’Gouna statt. Hier wird alles aufgefahren, was die Region zu bieten hat. Auf Märkten bieten lokale Hersteller alle erdenklichen Produkte rund um die Rose an. Auf Führungen durch die Produktionsstätten heimischer Kooperativen kann man die Produktion von Rosenöl hautnah miterleben. Es gibt Diskussionsrunden, Bühnen, auf denen Berbermusik gespielt wird, eine Pferdeschau und viele weitere Events, deren krönender Abschluss die Wahl der Rosenkönigin ist: Ein buntes Spektakel, ein rauschendes Fest zu Ehren der Rosa damascena, die für diese abgelegene Region Marokkos eine große wirtschaftliche Bedeutung hat. Das Tal der Rosen ist eine Station, die auf keiner Marokko-Rundreise fehlen sollte.

Rückblick: Wellness


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