Aufbruch I Sport

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MOROCCO SWIM TREK IN DAKHLA

So weit uns die Wellen tragen

Wer von Agadir 1.500 km nach Süden fährt, kommt irgendwann in Dakhla an, einer Wüstenstadt, die direkt am Atlantik liegt. Hier, am Ende der Welt, hat Edith Molina eine Extremsport-Veranstaltung ins Leben gerufen: den Morocco Swim Trek. Der Wettbewerb fand im Dezember 2015 zum ersten Mal statt. KASBAH hat mit Edith Molina gesprochen.

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Interview: Corinne Vastel 

Was ist der Morocco Swim Trek für ein Rennen?
Ein Schwimmwettbewerb, genauer: ein Schwimmrennen.Der Wettbewerb erstreckt sich über vier Tage und findet in der Lagune von Dakhla statt. Insgesamt müssen 25 Kilometer in vier Etappen zurückgelegt werden. Alle Teilnehmer starten gleichzeitig. Der Ankunftsort eines Renntags wird zum Startpunkt der nächsten Etappe. Bei der vierten Etappe handelt es sich um eine Art Kurzmarathon. Sie ist 10 Kilometer lang. Gewonnen hat, wer für die 25 Kilometer am wenigsten Zeit benötigt hat. Letztendlich geht es um viel mehr. Der Swim Trek ist für jeden Teilnehmer eine Herausforderung, eine Art persönliche Challenge, bei der die Sportler versuchen, über sich selbst hinauszuwachsen. Für viele besteht das Ziel darin, die 25 Kilometer überhaupt zu schaffen und anzukommen. Die Zeit ist egal, Hauptsache man hat es geschafft.

Wie viele Sportler haben teilgenommen?
Zunächst waren es 60 Schwimmer, zwei haben aufgegeben, also 58. Gewonnen hat der junge Marokkaner Said Saber, ein großes Nachwuchstalent. Er ist bereits Rekordhalter in 200 Meter Delfin und 800 Meter Freistil. Said Saber hat eine große Zukunft als Profischwimmer vor sich und wird zweifellos zu jenen Sportlern gehören, die Marokko im Ausland vertreten werden.

Welche Bedingungen muss man erfüllen, um teilzunehmen, oder kann jeder mitmachen?
Grundsätzlich ist der Swim Trek für alle offen, also für Profis und Amateure, Männer und Frauen, ab 18 Jahre. Allerdings sollte man ein erfahrener Schwimmer sein und regelmäßig beim Training fünf Kilometer schwimmen. Ganz ungefährlich ist es nämlich nicht. Bei der ersten Etappe hatten wir zwei Fälle von Hypothermie (Unterkühlung; Anm. d. Red.) bei den Schwimmerinnen. Wir hatten letztes Jahr den Schwimmern freie Wahl gelassen, ob sie mit oder ohne Ganzkörperschwimmanzug ins Meer wollten. Die Puristen, die „echten Schwimmer“, nutzen keinen Neoprenanzug. Beim nächsten Swim Trek im Dezember 2016 wird es zwei Klassements geben: einen Wettbewerb für Schwimmer mit Neoprenanzug und einen für Schwimmer ohne Schwimmanzug.


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Wie ist es eigentlich um die notwendigen medizinischen Einrichtungen bestellt?
Für die Sicherheit sorgen Kajakfahrer. Sie befinden sich im Abstand von 250 Metern auf dem Meer in direkter Nähe zu den Schwimmern. Außerdem sind Boote im Einsatz, sie befinden sich hinter der Linie der Schwimmer. Wir bevorzugen aber die Kajaks, weil sie nicht so ge-fährlich sind. Es gab in anderen Rennen schon mal solche Unfälle, wo ein Boot einen Schwimmer überfahren hat. Falls schnell interveniert werden muss, stehen Jet-Skis bereit. Am Strand gibt es Ambulanzen und Ärzte, eben alles, was so ein Wettbewerb für die Sicherheit benötigt.

Wie ist denn das erste Rennen überhaupt gelaufen? Lief alles glatt oder gab es doch Probleme?
Ja, es gab einige Probleme. Die Schwimmer hatten ganz schön zu kämpfen: mit der Müdigkeit, der Strömung, Ebbe und Flut und vor allem mit dem Wind. Denn in Dakhla ist es sehr, sehr windig. Wir hatten extra den Dezember für den Swim Trek gewählt, weil es in diesem Monat nicht so windig ist. Nun war es aber so, dass ausgerechnet am Tag der ersten Etappe sehr viel Wind aufkam – für die Schwimmer war das extrem anstrengend. Es sollte ja die einfachste Etappe sein, und dann war es eigentlich die schwierigste.

Warum haben Sie sich ausgerechnet für Dakhla entschieden?
Der Schwimmmarathon hätte ja auch in Essaouira oder Agadir stattfinden können.
Dakhla ist gerade für ausländische Schwimmer eine völlig neue Umgebung: Die Landschaft ist absolut einzigartig. Es gibt hier Wüste, Dünen, die direkt ans Meer reichen. Die Sportler schwimmen im Meer und sind gleichzeitig in der Wüste. Das ist schon ein irres Gefühl. Gerade diesen Aspekt fand ich sehr interessant für ein neues sportliches Ereignis. Es ist mal was ganz anderes. Darüber hinaus handelt es sich hier in Dakhla um eine echte Lagune, das ist nicht das Gleiche, wie im Ozean zu schwimmen. In der Lagune fühlen sich die Schwimmer deutlich sicherer, es gibt beispielsweise keine große Wellen. Ausschlaggebend für Dakhla waren jedoch die Schönheit des Ortes, die Fauna und Flora, die Wildnis. Und die höheren Wassertemperaturen als anderswo in Marokko. Sie liegen hier zwischen 18 und 20 Grad.

Wer Dakhla nicht kennt, könnte meinen, es läge am Ende der Welt. Gibt es denn dort bereits irgendeine touristische Infrastruktur?
Dakhla ist eine typisch marokkanische Stadt. Ein bisschen vergleichbar mit Essaouira. Die Schönheit des Ortes zieht auch immer mehr Leute hierher. Wen wundert es? Man schwimmt mit Delfinen und am Strand gehen Flamingos spazieren. Dakhla ist ein magischer Ort. In der Nähe der Lagune befinden sich inzwischen auch drei schöne Öko-Hotels. Dort werden auch die Schwimmer untergebracht. Ansonsten sind wir ja nicht in der Stadt, sondern wirklich in der Lagune. Das Rennen findet ja direkt in der Lagune statt, wo es eigentlich keine richtige touristische Infrastruktur gibt. Dort ist man wirklich von der ganzen Welt isoliert. Einmal haben wir dort ein riesiges Camp aufgebaut, so wie es in der Wüste Tradition ist. Das war ganz toll. Die Schwimmer waren echt beeindruckt, sie fanden es wunderbar, direkt in der Lagune zu übernachten.

Wie kommt man eigentlich nach Dakhla?
Mit dem Auto ist das natürlich sehr kompliziert, die Strecke zieht sich unheimlich. Von Agadir sind es ungefähr 1.500 Kilometer. Aber Dakhla selbst verfügt über einen Flughafen, der täglich von Casablanca aus angeflogen wird.

Vielen Dank für das Gespräch

Mehr Infos unter: www.moroccoswimtrek.com

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