ROADBOOK

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SONNE, SAND UND PALMEN

Einmal Marrakesch, Wüste und zurück

Irgendwo unter Palmen campieren. Fernab von befestigten Hauptstraßen in den Tag hinein leben. Losfahren und ankommen, wann man will. Zeit haben für Leute, die man irgendwann, irgendwo kennenlernt, und mit den Fahrrädern die Oasen erkunden. Das war der Plan von Giovanni und Katrin. Klaus Kopelkert hatte den beiden dafür eine ganz besondere Strecke ausgearbeitet, die sie durch das Bildschöne Draa-Tal bis hinunter zur ehemaligen Karawanenstadt Zagora führen sollte. An unzähligen Draa-Dörfern vorbei, würden sie ab M‘Hamid gänzlich in die marokkanische Sahara eintauchen, um bis zu den großen Sanddünen des Erg Chegaga vorzudringen. Über den Lac Irici, einen See in der Sahara, und die Ausläufer des Anti Atlas sollte der Weg zurück nach Marrakesch führen.

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Aufbruch. Das Fahrzeug ist zum Glück sehr geräumig. Im Heck haben die Fahrräder ausreichend Platz. Überhaupt ist der Wagen trotz seiner kompakten Ausmaße und seiner Geländegängigkeit sehr wohnlich. Wir haben ein großes Bett, Schränke, sehr viel Stauraum, eine große Duschkabine mit WC, eine große Kombüse sowie eine Kühlbox und ein Kühlschrank. Da sollte eigentlich nichts schiefgehen

In Agdz kreuzen sich die Wege

In der quirligen Marktstadt Agdz tätigen wir am Abend noch Einkäufe für die Weiterfahrt. Wir haben den Tizi’n Tichka überquert und den Hohen Atlas hinter uns gelassen. Morgen werden wir in das Draatal eintauchen. Unser nächstes Ziel heißt Tamnougalt. Heute übernachten wir hier.

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Die Kasbah Taourirt aus dem KinoFilm „Himmel über der Wüste”

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Auf dem Weg nach Zagora führt die Strecke durch eine biblisch anmutende Gegend, die sich der Fluss Draa selbst geschaffen hat. Im Norden hat er mächtige Schluchten in den Berg gegraben, um dann in einem 200 Kilometer langen, wunderschönen Tal auszulaufen. Im Draa-Tal, das sich hinunter bis in die Wüste zieht, versorgt der Draa unzählige Oasen, in denen Palmen, Feigen- und Granatapfelbäume gedeihen. In Verbindung mit den traditionellen Lehmbauten der Draa-Dörfer offenbaren sich dem Reisenden immer wieder fantastische Panoramen. Unsere nächste Etappe ist Zagora. Dort kreuzten sich früher die Wege der Karawanen aus Marrakesch und dem südlichen Timbuktu. Damals benötigten die Karawanen 52 Tage für den beschwerlichen Weg über die Sanddünen der größten Wüste der Erde, bis sie das sagenumwobene Timbuktu erreichten. Ein Schild „Timbuktu 52 Tage” das in Zagora angebracht ist, erinnert heute an die unvorstellbaren Strapazen des Transsaharahandels.


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Bei den Silberschmieden in Zagora

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In Zagora befindet sich in den engen Gassen des alten jüdischen Viertels die Werkstatt von Mahjoub Douani. Er ist Silberschmied und − neben seinem Vater und seinem Bruder − der letzte Silberschmied in Südmarokko, der die traditionelle Herstellung von Berberschmuck noch beherrscht. Immer wieder muss er das Feuer anblasen, weil es sonst zu schwach wird. Für die Schmelze braucht Mahjoub die richtige Temperatur. „Jetzt muss man genau aufpassen”, sagt Mahjoub, als er das heiße, flüssige Silber mit einer Kelle in spezielle Formen gießt.


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„Die Formen gehörten früher einer jüdischen Familie von hier. Mein Vater hat von dem alten Schmied alles gelernt und später die Formen bekommen, über 30 verschiedene. Jetzt habe ich sie”, meint Mahjoub. Wenn das Silber erkaltet ist, werden die Formen umgeworfen. Das gegossene Teil fällt heraus und kann anschließend bearbeitet werden. Hergestellt werden Armbänder, Halsketten, Ohrringe, wunderschöne Broschen sowie die berühmten „Kreuze des Südens”.

Radtour in Zagora

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Bei den Töpfern von Tamegroute

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Südlich von Zagora leben weitere Handwerkerfamilien, ihre Fertigungskunst über Generationen weitergeben. Und das seit Jahrhunderten! Bei den Töpfern handelt es sich um klassische Scheibentöpfer. „Den Lehm kaufen wir in einer kleinen Oase, die nur drei Kilometer entfernt ist”, sagt Abdul. Dann versucht sich Giovanni daran, einen Tajine-Topf herzustellen: Der Tonklumpen wird durch die schnelle Drehung einer Töpferscheibe mit den Händen zu einem Gefäß ausgezogen. Im Anschluss werden die Tonprodukte zum Trocknen in die Sonne gestellt und danach noch in den mit Holzkohle befeuerten Ofen geschoben. Die Öfen müssen eine Temperatur von 1 000 °C erreichen. Sie stehen draußen im Hof. Hier im Draa-Tal werden die Waren der Töpfer grüne Keramik genannt, da sie durch das Erhitzen im Ofen grün werden. Nach dem Erkalten werden Mängel beseitigt. Die Keramik wird geschliffen, poliert und bemalt, und zwar ausschließlich mit natürlichen Farben.


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Mittagessen auf unseren neuen Tellern

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Auf dem Weg nach M’Hamid

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Nach dem Besuch eines kleinen Wochenmarktes ist Relaxen angesagt. Kurz vor M’ Hamid machen wir halt. Genau an diesem Platz – mitten in der Wüste – wurden die dramatischsten Filmszenen mit Debra Winger und John Malkovich in „Himmel über der Wüste” gedreht. Ein merkwüdiges Gefühl.


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In den Sanddünen des Erg Chegaga

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In M’Hamid verlassen wir den Asphalt und tauchen in den Sand der Sahara ein. Bis zu den großen Sanddünen des Erg Chegaga sind es gut drei Stunden fahrt. Die Strecke sollte man nicht unterschätzen: viele weiche Sandpassagen, in denen man schnell einsanden kann, die Orientierung ist schwierig. wer zu weit Nach Süden abdriftet, gelangt ins Niemandsland, die Staatsgrenze ist nur etwa 30 km entfernt. Mit unserem KASBAH-Mobil erreichen wir den erg zum Glück ohne Probleme. Ganz in der Nähe haben Nomaden ihre Zelte aufgeschlagen. Wir schauen uns das Lager aus der Nähe an und versuchen uns mit spontanem Kamel-Trekking. Wir werden ebenfalls hier unser Lager aufschlagen.

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Der Himmel über der Wüste

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Wir haben uns ein Außenlager aufgebaut. Die Polster nach draußen, Laken drüber, Kissen raus, fertig! Es stimmt, dass es in der Wüste kalt wird, aber es ist noch angenehm. später entfachen wir noch ein schönes Lagerfeuer und ziehen eine gute Flasche marokkanischen Wein auf. Bis tief in die Nacht liegen wir unter dem Sternenhimmel und lauschen einfach nur dem Wind.


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Unser mobiles Zuhause dank Allrad, weiteren untersetzten Geländegängen und drei Differenzialsperren kommen wir überall durch. Ansonsten haben wir alles dabei, was man unterwegs benötigt: Tagsüber sitzt man auf zwei Sitzbänken, Nachts lässt man einfach den Tisch herunter, legt die Polster in die Mitte und erhält ein bequemes Doppelbett von 2 m x 1,70 m. Durch die großen Dachfenster können wir auch im Bett noch den Sternenhimmel genießen.

Unser Spaziergang Auf einem see mitten in der Sahara

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Wir verlassen die Sanddünen des Erg Chegaga und brechen auf zum Lac Irici. Der See ist heute völlig trocken. Das ist nicht immer so: Wenn der Fluss Draa ausreichend Wasser führt, verwandelt sich diese scheinbar unendliche Ebene in eine faszinierende Seenlandschaft, an deren Ufern Schilf wächst und Wasservögel nach Nahrung suchen. In der jüngeren Vergangenheit war das leider immer seltener der Fall. Bei starkem Regen jedoch ist diese Region praktisch nicht befahrbar. Wir hingegen kommen mit unserem KASBAH-Mobil gut voran.


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Über den Dächern von Marrakesch

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Über mehrere interessante Abstecher und den Anti-Atlas kehren wir schließlich nach Marrakesch zurück. Wo könnte man eine Reise besser ausklingen lassen als auf der Terrasse des Café de France auf dem Djemaa el Fna, dem berühmtesten Marktplatz Afrikas…


Info Roadbook: Tour „Sonne, Sand & Palmen”

 

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DIE ETAPPEN DER TOUR “SONNE, SAND & PALMEN”

Marrakesch – Tizi’n Tichka – Agonim – Amerzgane – Ouarzazate – Agdz – Tamnougalt – Taahlit – Zagora – Tamegroute – Tagounite – M’ Hamid – Erg Chegaga – Lac Irici – Foum-Zguid – Tassetiff – Kreuzung R111 / R108 – Tasla – Agdz – Ouarzazate – Tizi’n Tichka – Marrakesch

Rückblick Roadbook


AUSGABE NO.5

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    DURCH DIE WÜSTE
    Auf dem Programm stand Wüste: Genauer gesagt, Berg-, Sand- und Steinwüste. Giovanni Pisu und Klaus Kopelkert hatten eine besonders abwechslungsreiche Tour durch atemberaubend schöne Landschaften ausgearbeitet…..

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AUSGABE NO.4

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    QUER DURCH
    Eine Abenteuerreise durch die Schluchten des Hohen Atlas.„Gorges – Gorges”, von Schlucht zu Schlucht – das stand schon lange auf unserer Entdeckerliste: eine Rundfahrt quer durch den Hohen Atlas….

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AUSGABE NO.3

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    DER HÄRTESTE MARATHON DER WELT
    In diesem Roadbook nehmen wir Sie mit in die Wüste. Anlässlich des 30. Geburtstags des “Marathon des Sables” hat KASBAH einen Bericht zusammengestellt, der Sie annähernd erahnen lässt, was es bedeutet, beim härtesten Marathon der Welt dabei zu sein…

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AUSGABE NO.2

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    TERRA INGOGNITA
    Wer kennt schon Saidia und El Jebha? Diese Orte sind selbst in guten Reiseführern kaum zu finden. In Marokko überragt die Atlantikküste alles. Ein Highlight folgt dem anderen. Aber wie sieht es am Mittelmeer aus, õstlich von Tanger…

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AUSGABE NO.1

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    REISE NACH PANDORA
    Vor 30 Jahren war ich schon einmal in dieser Gegend. Damals gab es hier den künstlichen See Ben el Ouidane, der sich zur Stromerzeugung bei Bedarf hydraulisch absenken lässt, noch nicht. Auch der Hohe Atlas hat sich wohl verändert. Wie sehr, das wollte ich herausfinden…

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