Aufbruch I Sport

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ULTRA TRAIL ATLAS TOUBKAL

Das härteste Bergrennen der Welt

Manche Bergrennen haben hohe Anspruchsprofile und zugleich schöne Landschaften zu bieten. Andere führen auf Wegen, wo Himmel und Bergspitzen zu einer Einheit verschmelzen. Die UTAT 105 verbindet alles und sogar noch mehr! Die UTAT 105 ist ein weltweit einzigartiges Abenteuer. Sie verlangt zwar vom Sportler absolute Hingabe, entschädigt ihn dafür mit unglaublichen Emotionen, bewegenden Begegnungen und unerwarteten Grenzüberschreitungen. Der Streckenverlauf ist atemberaubend. Schon beim Lesen bleibt einem die Luft weg. Sind Sie bereit?

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Text: Sven Kämmerer 

Auf dem Oukaïmeden-Plateau ist es noch tiefe Nacht, aber es hilft nichts – die Läufer müssen raus aus den Federn. Es herrscht Lagerfeuer-Atmosphäre. Um sechs Uhr fällt der Startschuss für die UTAT 105, dem wohl härtesten Bergrennen der Welt. Gänsehaut und Nervosität bei den Läufern. Gute Wetterbedingungen, aber es ist noch sehr kühl. Nach den ersten Kilometern auf einer ansteigenden Piste (450 m) erreicht man einen Hügel. Dann bricht die Morgendämmerung herein, die die Berge und Täler in einmalig schönes Licht taucht. Ein Abstieg führt in ein Tal, wo der Ourika entspringt. Dort haben die Bauern und Nomaden, die hier seit Generationen ansässig sind, gelernt, der kargen Bergwelt ihren Lebensraum abzutrotzen. Weiter über Hügel und durch kurvenreiches Gebiet. Die Läufer erreichen Agouns und Timichi. Im letzteren Ort wird die zweite Etappe eingeläutet. Fortan steht die Durchquerung von zahlreichen malerischen Dörfern an. Dann die erste Verpflegungsstelle in Setti Fatma. Die Sportler haben sich ihr zweites Frühstück redlich verdient. Nun muss der Ourika überquert werden.


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Ab hier tauchen die Läufer in eine der zauberhaftesten, technisch aber auch anspruchsvollsten Landschaften ein. Nun stehen 40 Kilometer Wanderwege an, weit weg von jeder Piste und Straße. Dann der steile Aufstieg nach Tamatert. Nachdem die Läufer das Dorf und einen weiteren Pass hinter sich gelassen haben, erreichen sie, nach einem erneuten kurzen Abstieg, die kleine Oase Azib Assaka. Von dort können die Läufer bis zum Pass von Amenzel klettern. Das gleichnamige Dorf zählt zu den abgelegensten im Hohen Atlas! Nun wird es richtig schwierig: Der Streckenabschnitt verläuft tief unten im Tal und führt die Läufer bis zum Fuß des Oumchichka-Passes, den man nur über einen steinigen Weg den Fels entlang erreicht. Den Läufern werden jetzt gewaltige An-strengungen abverlangt. Dann aber – oben angekommen – wartet die Belohnung: Der Abstieg in ein weites Tal, verbunden mit atemberaubenden Aussichten.

Später bei Azib Likemt wartet eine neue Verpflegungsstelle mit erweiterter medizinischer Versorgung. Eine wohltuende Pause für die Läufer, die auch nötig ist, denn nun müssen sie den Aufstieg zum Tizi n’Tifourhat bewältigen. Nach einem kurzen Abstieg stehen sie am Fuß eines echten Riesen: des Tizi n’Tarharate (3 456 m). Für die meisten Läufer vollzieht sich dieser Aufstieg bereits in der Nacht und noch dazu auf Kosten enormer körperlicher und mentaler Anstrengungen.

Nach diesem schwierigen Aufstieg sind die Strapazen kei-neswegs vorüber. Denn den Läufern steht noch der höchste Pass der Etappe bevor, der Tizi n’Tichki (3 550 m). Außerdem muss zuvor ein technisch beeindruckender Abstieg (1 200 Meter Höhenunterschied auf vier Kilometer!) bewältigt werden. Schlussendlich erreichen die Läufer nach einer weiteren Flussüberquerung Imlil. Dort empfängt eine Versorgungsstation die hungrigen Sportler mit Nudeln, Harira-Suppe und Minztee. Nach einer schnellen medizinischen Untersuchung ist eine Schlafpause vorgesehen. Jetzt gilt es aufzutanken, wieder schnell zu Kräften zu kommen und die letzten Reserven zu mobilisieren, bevor es zurück zum „Tagesgeschäft“ geht. Zum vorletzten Pass (2 200 m) verläuft die Strecke fortan unten im Tal, stets am Fluss entlang.

Dann wieder Abstieg, neues Dorf, neues Tal, kleiner Aufstieg. An Walnussbäumen vorbei erreichen die Läufer die Straßen von Amskere. Nun haben sie es bald geschafft. Aber eine Schwierigkeit müssen die Läufer noch meistern: den Aufstieg nach Oukaïmeden. Die letzte Etappe führt durch eine grandiose Landschaft: Die rote Erde kontrastiert mit dem Hellgrün des Spanischen Wacholders. Schritt für Schritt nähern sich die Läufer bei einem letzten gnadenlosen Anstieg den Tizi n’Oukaïmeden. Marokkanische Fahnen flattern im Wind. Nun kann man auch das Dorf der UTAT sehen! Was mag nun in den Läufern vorgehen? Auf jeden Fall sollten sie ab jetzt jeden Schritt der letzten Kilometer genießen, bevor sie von den Emotionen auf der Ziellinie überwältigt werden.


Der Ultra Trail Atlas Toubkal (UTAT)

Seit mittlerweile neun Jahren jetzt bringt der Ultra Trail Atlas Toubkal (UTAT) Läufer aus der ganzen Welt auf dem wunderschönen Oukaï-meden-Plateau zusammen. Vom 5. bis 9. Oktober 2017 werden sich wieder viele Teilnehmer im Hohen Atlas einfinden, um ein einzigartiges Abenteuer zu erleben. Als idealer Spielplatz für Outdoor-Sportler bieten die Berge des Hohen Atlas atemberaubende Landschaften sowie wilde, technische und spielerische Pfade. Der UTAT 2017 bietet wieder vier verschiedene Strecken an: die 12 km (mit 500 Höhenmeter), die 26 km (mit 1400 Höhenmeter), die 42 km (mit 2 600 Höhenmeter) und die berühmt-berüchtigte 105 km (mit 6 500 Höhenmeter und dem atem-beraubenden Abstieg über ca. 2 000 Höhenmeter). Der präzise Strecken-verlauf dieser UTAT 105 wird hier ausführlich beschrieben.

Der UTAT hat seit seiner Gründung mehr als 2 000 Läufer empfangen. Darunter unbekannte sowie berühmte Läufer. Auf 2 600 Metern über dem Meeresspiegel werden auf dem Plateau von Oukaïmeden anlässlich des Trails über hundert Zelte aufgeschlagen, in denen je vier Personen Platz finden. Darüber hinaus werden auch riesige Zelte für die Rezeption und das Restaurant eingerichtet. Auf dem Gelände herrscht während der viertägigen Veranstaltung eine magische Stimmung, geprägt vom Geist der Solidarität. Parallel zu den Wettbewerben werden vor Ort lokale Führungen organisiert, damit die Teilnehmer von den landschaftlichen und kulturellen Schätzen der Region auch abseits der Läufe profitieren können. Sie ermöglichen, die einzigartige Fauna und Flora und die Schönheit der Architektur der beeindruckenden Bergwelt mit ihren jahrtausendealten Felszeichnungen zu entdecken. Durch diese Aktivitäten versucht die UTAT auch das lokale Erbe der Dörfer im Hohen Atlas zu bewahren. Ganz bewusst steht der UTAT im Einklang mit den Orientierungslinien von König Mohammed VI. zur Förderung des Umweltschutzes und der nachhaltigen Entwicklung.
Weitere Infos und Anmeldung: www.atlas-trail.com


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