TREKKING

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SO WEIT DIE FÜßE TRAGEN

Die Urlaubsplanung liegt an. Was soll man seinen Kindern (13-15 Jahre) bieten? Sie möchten natürlich am liebsten Strand und Club, aber das ist uns zu langweilig. Und überhaupt: Wie oft werden sie denn noch mit uns verreisen? Wollen wir diese wertvolle Zeit als Familie mit einem doch eher banalen Cluburlaub vergeuden? Nein, wir entscheiden uns für etwas anderes. Etwas, das allen noch nachhaltig in Erinnerung bleiben soll: Seit einer Trekkingtour im „Tal der Glückseligen” habe ich einen guten Kontakt zu Yasin, einem marokkanischen Wanderführer, aufgebaut. Mit ihm zusammen plane ich unser kleines Abenteuer M’Goun-Trekking. Drei weitere Familien schließen sich an, sodass wir mit einer Truppe von insgesamt acht Erwachsenen und neun Jungs zwischen 10 und 17 Jahren nach Marrakesch fliegen.

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Text: Sven Kämmerer / Fotos: Georg Schreiner

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links: Kasbah M’Goun, unsere Unterkunft im Aït Bouguemez 
Mitte: Unsere Jungs entspannen bei einer Runde Rummikub auf der Dachterrasse der Kasbah
Rechts: Abenteuerliche Anfahrt zur Kasbah du M’Goun. Unser Quartier für zwei Nächte in Aït Bouguemez

Marrakesch. Wir übernachten im schönen Riad Dar Alfahra in der Medina. Die Buben sind aufgeregt und rennen wie die Hühner von einem Zimmer ins andere. Sie sind überwältigt von der orientalischen Ausstattung. Sogar ein kleiner Pool im Innenhof lädt zum Baden ein. Mit Yasin bespreche ich den nächsten Tag. Yasin ist unser Bergführer. Er wurde vor 35 Jahren in einem Dorf ganz in der Nähe unseres Trekkinggebietes geboren, ist dort aufgewachsen und kennt die Gegend wie seine Westentasche. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass er neben Berberisch, Arabisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Englisch auch Deutsch spricht. Bergluft macht eben schlau. Wir freuen uns auf die Tour mit ihm und sind gespannt, was die nächsten Tagen bringen werden.

Das „Tal der Glückseligen“ ist unter Bergwanderern nicht gerade unbekannt. Einige Reiseveranstalter sind dort mittlerweile tätig, wir auch. Auf meiner Tour im Jahr zuvor ins Aït Bouguemez-Gebiet lernte ich Yasin kennen. Erst durch ihn habe ich von der M’ Goun-Schlucht überhaupt erfahren und dass man diese auch mit einem mehrtägigen Trek durchwandern kann. Manchmal muss man im Leben auch Glück haben. Notfalls muss man es eben erzwingen – wenn es sein muss, dann mit einer Trekkingtour ins Tal der Glückseligen. Wir haben bei Yasin vier Geländewagen mit Fahrer bestellt und fahren von Marrakesch über eine Offroad-Strecke ins Tal von Aït Bouguemez. Dieses Hochtal befindet sich auf 1 800 Metern Höhe und wird auch als Tal der Glückseligen bezeichnet.

Die ersten drei Stunden sind wir noch auf normalen Straßen unterwegs, während die Berge des Atlas immer näher rücken. Kurz nach Demnate im Naturpark Imi N´lfri machen wir eine Pause und vertreten uns die Füße auf einem kleinen Rundgang durch eine imposante Schlucht. Ein Freund von Yasin bereitet für uns inzwischen ein landestypisches Mittagessen vor. Mit dicken Bäuchen setzen wir unsere Fahrt auf einer schmalen Gebirgsstraße fort. Nur wenig später endet die befestigte Straße. Wir fühlen uns wie in einer ARD-Dokumentation. Die Jeeps rumpeln über die Schlaglöcher. Staub steigt auf, und die Landschaft ändert sich im Minutentakt. Bewirtschaftete Terrassenfelder wechseln mit schroffen roten Bergflanken, Pässe mit seltsamen lichten Wäldern, Bäume ohne Äste, dann wieder


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Akklimatisationswanderung durch das immergrüne „Tal der Glückseligen“. Zwei der Jungs testen das Reiten auf einem Maultier

üppiges Grün in den Tälern mit fließenden Wasserläufen. Die Lehmbauten der Dörfer fügen sich perfekt in das Landschaftsbild ein. Ockerfarbene, rote und gelbliche Töne überwiegen. Auf den Bergen am Horizont liegt der letzte Schnee vom Winter. Der einzige Zugang zu unserer Unterkunft, die Kasbah du M’Goun, führt durch einen Flusslauf, den wir mit den Jeeps durchqueren müssen. Die Kasbah steht auf einem kleinen Bergrücken, mit Blick über das Tal, umgeben von einigen Bauernhäusern. Wir beziehen die einfachen Mehrbettzimmer. Dusche und WC befinden sich auf dem Gang. Dann erforschen wir unsere kleine, liebevoll eingerichtete Lehmburg. Unser Koch Mohammed und sein Helfer Ibrahim gehören zu Yasins Team. Sie haben uns schon ab Marrakesch begleitet und bereiten das Abendessen vor. Zu Ehren von Holgers Geburtstag wird sogar ein Kuchen gebacken. Der Abend wird mit Flöte und Tamburin sehr stimmungsvoll in Szene gesetzt.

Am nächsten Morgen akklimatisieren wir uns mit einer Wanderung durch das Tal der Glückseligen. Der Name hat einen bestimmten Hintergrund: Weil der Bach hier das ganze Jahr über Wasser führt, können die Felder im breiten Talgrund ganzjährig bewässert werden. Deshalb sind auch zwei Ernten im Jahr drin. Yasins Vater hat die ersten Apfelbäume gesetzt und nun findet man überall im Tal Plantagen, da die Äpfel im Gebirgsklima besonders gut gedeihen. Heute klettern wir auf das Dach der Kasbah und erfreuen uns an der schönen Aussicht über das weite Tal. Ein alter Berber ist uns mit seinem Maultier gefolgt und bietet uns auf unserer „Aussichtsterrasse“ einen Minztee an.

Die anschließende Wanderung entlang der Felder und Bachläufe durch das grüne Tal ist herrlich. Offenbar ist heute Waschtag, denn wir sehen einige Familien, Mütter mit Kindern, die im Bach ihre Wäsche waschen. Die Bauern pflegen ihre Felder und schwer beladene Esel trippeln mit ihrer Last den Pfad entlang. Nach vier Stunden treffen wir auf dem Hof von Yasins Vater ein. Die Familie hat schon den ganzen Morgen für uns gekocht. Im orientalisch dekorierten Gästezimmer des Hofes genießen wir ein Festmahl mit gegrilltem Hähnchen und süßen Nudeln. In Anbetracht des bevorstehenden, langen Tages am nächsten Morgen entscheiden wir uns dafür, nicht zurück zur Kasbah zu laufen. Ein Transporter bringt uns zur Herberge. Dort ist erstmal duschen angesagt, denn die nächsten Tage werden deutlich spartanischer ausfallen. Aber schon hört man die ersten Rufe: “Kein Wasser! Und die Toilette funktioniert auch nicht. So ein Mist!” Yasin kümmert sich sofort darum.


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Blick zurück auf das grüne Tal. Unsere Gruppe kurz vor Erreichen des Passes Tizi n’Aït Imi (2905 m)

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Links: Abstieg in die Schlucht. Ab hier nur noch mit (alten) Laufschuhen oder Trekking-Sandalen
Rechts: Am Abend Ankunft im Zeltlager. Die Mannschaft hat schon alles aufgebaut. Wir müssen nur noch die Zelte beziehen

Im Ort finden gerade Bauarbeiten an der Quelle statt. Kann man nichts machen! Für die Toiletten werden Eimer mit Wasser gefüllt. Die Buben brauchen das nicht. Sie springen zum Duschen in den kalten Gebirgsbach, während einige andere, zu denen ich auch gehöre, es bei einer Katzenwäsche belassen. Die Stimmung ist ausgelassen, vielleicht etwas nervös mit Blick auf unseren ersten, morgigen Trekkingtag.

Schon um viertel vor sechs klingelt der Wecker. Wir packen alles zusammen und treffen uns im Frühstücksraum. Es ist recht kalt und wir haben alle lange Hosen und Jacken an. Beim Frühstück sind wir schon in Gedanken bei unserer langen Tour mit 1000 Höhenmetern und sieben Stunden reiner Gehzeit. Wir starten früh, um eine möglichst große Strecke in den kühlen Morgenstunden zu schaffen, während sich unsere Helfer um einen gewaltigen Berg an Ausrüstung kümmern. Essen, Trinkwasser, Zelte, Teppiche, Stühle, Schlafsäcke und unsere Taschen, alles muss mit, da wir die nächsten vier Tage nichts nachkaufen können. Auf 10 Maultieren werden die Lasten verteilt, und unsere Begleitmannschaft wächst auf 13 Personen an (10 Treiber, 2 Guides, Yasin und Imbrahim sowie Mohammed, unser Koch).

Unser erstes Ziel ist der knapp 3 000 Meter hohe Pass Tizi n’Aït Imi. Wir passieren die Provinzstadt Tabant und biegen in ein breites Hochtal ein. Der Anstieg beginnt. Die grünen Felder weichen zurück. Jetzt bieten nur noch einzelne Zypressen Schatten. Immer höher windet sich unser Pfad. Wir sind längst auf kurze Hosen und T-Shirts umgestiegen. Auch die Sonne entwickelt inzwischen ihre volle Kraft. Der Pfad wird steiler und die Luft dünner. Eine Esspause setzt noch mal letzte Kräfte frei. Dann haben wir es geschafft. Unser Blick folgt dem langen Weg zurück ins Tal. „Was? So weit sind wir schon gelaufen?“ Auf der anderen Seite schimmert Schnee am über 4 000 Meter hohen M’Goun. Gerade in diesem Moment überholt uns die Maultierkarawane mit unserem Gepäck. Wir verteilen uns auf der Passhöhe und genießen den grandiosen Ausblick. Müsli und Powerriegel werden verteilt, denn bis zur eigentlichen Mittagspause steht uns noch ein langer Abstieg bevor.


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Durch die Enge der Schlucht ist die Strömung sehr stark. Wir müssen aufpassen, beim Queren nicht zu fallen. Deshalb reicht uns unser Guide Yasin immer seine Hand


Später brennt die Sonne unnachgiebig senkrecht vom Himmel. Gut, dass wir am frühen Nachmittag endlich ein schattiges Plätzchen unter einem steilen Felsen für unsere Mittagsrast erreichen. Als wir eintreffen, ist der Lagerplatz schon vorbereitet. Auf einer großen Matte steht schon der Willkommenstee parat. Mohammed bereitet mit einigen Helfern das Mittagessen vor. Wir nutzen die Gelegenheit und machen uns auf der Matte lang für ein kleines Mittagsschläfchen. Es ist kaum zu glauben, was Mohammed in seiner Kochhöhle in der kurzen Zeit zaubert; Reis, Salat, Gemüse, Nudeln und Lammfleisch für gut 20 Personen. Nach unserer ausgiebigen Rast folgen wir einem ausgetrockneten Flussbett, das von bizarren Felsgebilden flankiert wird. Einige Halbnomaden, die sich saisonal in dieser Gegend aufhalten, haben hier einfache Steinhäuser errichtet. Aus jedem Eingang beobachten uns schüchtern mindestens sechs Kinder. Die Familien leben von ihren Ziegenherden, die im trockenen Tal und in den Hängen nach Essbarem suchen.

Dann steht die erste Flussdurchquerung bevor. Wir treffen kurz vor unserem Lagerplatz auf das Haupttal des M’Goun. Barfuß laufen oder nasse Schuhe riskieren? Ich probiere es mit Schuhen. Zwei, drei große Sprünge – zum Glück ist nur wenig Wasser von oben in den Schaft gelaufen. Unmittelbar danach treffen wir ziemlich geschafft im Camp ein. Es besteht aus acht Zweimannzelten für die Gäste, einem großen Essenszelt, einem weiteren für die Küche und einem kleinen Toilettenzelt mit Erdloch. Mohammed hat bereits einen Minztee vorbereitet. So lassen wir uns alle müde auf die große Matte im Essenszelt fallen. Aber bereits nach kurzer Zeit sprühen unsere Jungs wieder voller Energie. Ein Fußball wird ausgepackt und schon spielen auf dem staubigen Platz „Berber“ gegen „Ascheberscher“. Jetzt noch eine Dusche vor dem Abendessen – das wär’s! Handtuch gepackt, die Flipflops an und ab geht’s in den kalten Gebirgsbach!

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links: Leon nutzt die Mittagspause für einen erfrischenden Sprung ins kühle Nass
Mitte: Teilweise müssen längere Strecken im Fluß durchwatet werden. Dabei unterstützen die Erwachsenen die Kids
Rechts: Unser jüngster, Jona (10 Jahre), ist am Ende der Etappe etwas müde


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Kurz vor der engsten Stelle der Schlucht wachsen die Wände in den Himmel. Die Kids testen das Echo der Höhlen

Die besonders harten Jungs tauchen komplett ins Wasser ein, ich wähle lieber die behutsame Methode. und wasche mich im Bach stehend. Als wir zurückkommen, ist unser Tisch, besser gesagt unsere Matte, schon gedeckt. Mohammed überrascht unsere Jungs mit selbst gemachten Pommes. Unglaublich! Was haben wir uns vor der Tour Sorgen wegen des Essens gemacht. Und jetzt das! Das Essen schmeckt hervorragend. Inzwischen ist die Nacht hereingebrochen. Wir sitzen in der Runde auf den mitgebrachten Campingstühlen, lassen Getränke kreisen und genießen die Stille und den unglaublichen Sternenhimmel.

Die nächsten drei Tage trekken wir den Fluss immer weiter talabwärts. Im Team entwickelt sich sehr schnell eine Routine: Frühstück, Katzenwäsche, Gepäck verstauen, und schon sind wir wieder unterwegs. Das Camp wird von den Helfern abgebaut. Sie überholen uns gegen Mittag und bauen das nächste Lager wieder für uns auf. Unser Pfad folgt meist dem Fluss, der auch von den Talbewohnern als Verkehrsweg genutzt wird. Immer wieder treffen wir auf kleine Dörfer mit malerischen Häusern, die aus Lehm gebaut sind. Die Siedlungen sind ohne Strom- und Wasseranschluss, es gibt kein Fernsehen und kein Internet. Kann man so überhaupt noch leben? Die Gesichter der zahlreichen Kinder strahlen trotzdem voller Lebenslust. Sicher wird das unseren Buben zu denken geben.

In einem etwas größeren Dorf machen wir vor dem Dorfladen eine Pause. Überraschung! Es gibt Cola und Fanta. Schnell sind 17 Flaschen geleert. Auch die Er-wachsenen freuen sich über die Abwechslung. Der weitere Weg verläuft mal im Tal dem Fluss folgend, mal entlang der Berghänge mit Blick auf viele namenlose Dreitausender, deren Gipfel mit Schneeresten bedeckt sind. Kann man das noch toppen? Ja, kann man!

Am dritten Tag unserer Tour ist Schuhwechsel angesagt. Wir tauschen unsere Wanderschuhe gegen Laufschuhe. Denn hier wird das Hochtal zur Schlucht. Der M’Goun-Fluss zwängt sich zwischen steile Felswände, die definitiv nicht zu erklimmen sind, sodass wir große Strecken im Fluss laufen und fast bei jeder Biegung die Seite wechseln müssen. Das Wasser ist meist knietief, die starke Strömung zerrt an den Füßen und man muss schon gehörig aufpassen, um nicht unfreiwillig baden zu gehen. An den tieferen Stellen helfen wir uns gegenseitig, indem wir Menschenketten bilden. Die Schlucht verengt sich zunehmend bis auf wenige Meter. Die Wände fallen senk-recht ab, der Himmel ist kaum noch zu sehen. Vorsichtig, stets mit einer Hand an der Felswand, tasten wir uns vorwärts. Das Wasser steigt immer höher. Zunächst über die Knie, dann über die Oberschenkel und schließlich bis zur Hüfte. Hand in Hand schleichen wir weiter. Vor allem auf die Kleineren wird gut achtgegeben.

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Geschafft, wir sind durch! Das Tal öffnet sich und wir stehen wieder glücklich in der Sonne. In diesem Moment schließen auch die Maultiertreiber in Sichtweite zu uns auf. Wie werden die Maultiere diese Engstelle passieren können? Gespannt beobachten wir die Szenerie. Werden die Tiere ausbrechen und die Ladung im Fluss versenken? Ganz langsam lassen sie sich durch das tiefe Wasser führen. Die Maultiere sind absolut problemlos durchgekommen. Das Gepäck war hochgebunden, sodass alles trocken geblieben ist. Im Anschluss rasten wir an einer idyllischen Gabelung. Yasin öffnet wieder seinen großen Beutel mit Nüssen – Nusspause ist angesagt!

Nach der Pause folgen wir wieder dem Flusslauf, immer wieder müssen wir die Seite wechseln, bis wir am frühen Nachmittag auf eine neu erbaute Berghütte treffen, direkt neben einer großen Quelle. Mohammed ist in der Küche der Herberge schon fleißig am Kochen und serviert uns – ausnahmsweise an einem schattigen Tisch – ein üppiges Mahl. Welch ein Luxus – es gibt sogar Cola und Fanta! Überhaupt wird während der Tour sehr gut für uns gesorgt. Wir müssen eigentlich nur wandern. Um alles andere kümmern sich Yasin, Ibrahim, Mohammed und die stets freundliche Mannschaft.

Unser letzter Trekkingtag verläuft zunächst ähnlich wie die vergangenen Tage. Doch am frühen Nachmittag erreichen wir das Ende der Schlucht. Die Zivilisation hat uns wieder. Es gibt einen Steg über den Fluss! Wir schießen die letzten Beweisfotos und erreichen wenig später die Stadt Tisguin. Es ist das Ende unserer spektakulären Tour, die unsere Kinder wohl nie vergessen werden.


Info: So weit die Füße tragen

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DER VERANSTALTER
Die Trekkingtour ist Teil einer 10-tägigen Marokkoreise, die Georg Schreiner, selbst begeisternder Wanderer, organisiert und begleitet hat. Außerdem ist Georg Schreiner Geschäftsführer eines Reisebüros in Aschaffenburg. Das Reisebüo Schreiner und Stein, das im Jahr 2000 gegründet wurde, hat sich auf individuelle Erlebnisreisen spezialisiert und veranstaltet vier bis fünf Sonderreisen im Jahr, die von Georg Schreiner selbst geführt werden. Das sehr persönliche Büro wird von den zwei Inhabern und fünf Mitarbeitern geführt.
Neben seinem Reisebüro betreibt er auch seit 2002 das folgende Portal: www.wanderreisen.de Weitere Infos: Reisebüro Schreiner & Stein Frohsinnstr. 9 63739 Aschaffenburg Tel. 06021-3067-0 info@wanderreisen.de www.schreinerundstein.de

DER TREK DURCH DIE M’GOUN SCHLUCHT
Abenteuerliche Wanderung im Hohen Atlas, technisch einfach, mittlerer Anspruch an die Kondition, bis auf Tag 4, mit 1 000 m Aufstieg und ca. 8 Stunden Gehzeit, sehr sonnig.

1. Tag: Treffen der Teilnehmer im Riad in Marrakesch. Unterkunft: Riad, Abendessen.
2. Tag: Anreise in Jeeps von Marrakesch über Demnate ins Vallée de Aït Bouguemez. Zwischenstop in Imi n´lfri, einer Tropfsteingrotte. Gîte d’étape, Vollpension.
3. Tag: Aklimatisationswanderung im immergrünen Hochtal (ca. 1900 m). Gîte d’étape, Vollpension.
4. Tag: Start des Maultiere Trekkings. Über den 2 900 m hohen Pass Tizi’n Aït Imi, wandern wir in das M’Goun Tal. Zelt, Vollpension.
5. Tag: Trekking durch das grüne obere M’Goun Tal. Jede flache Stelle wird für den Terrassenanbau genutzt. Zelt, Vollpension.
6. Tag: Schlucht. Der spannendste Teil des Treks. Die Wanderschuhe weichen Trekkingsandalen oder Laufschuhen. Ständig wird der Fluss gequert. Die Schlucht verengt sich auf wenige Meter und das zu querende Wasser reicht an einer Stelle bis zur Hüfte. Zelt, Vollpension.
7. Tag: Die Schlucht öffnet sich. Wir passieren die ersten Dörfer und gegen Nachmittag erreichen wir das große Dorf Tisgui n´Aït m’Rao. Hier endet unser Trekkingabenteuer. Per Jeep Fahrt nach Ouarzazate. Hotel, Vollpension.
8. Tag: Rückfahrt mit Besuch des Ksar von Aït Benhaddou nach Marrakesch. Riad, Vollpension.
9. Tag: Ende der Reise oder Verlängerung am Meer Frühstück.

LEISTUNGEN
2 Nächte, Riad Marrakesch, 2 Nächte Gîte d’ étape, 3 Nächte Zelt, 1 Nacht Hotel, Trekkingmanschaft, Wanderführer, Maultiere, 8 x Vollpension, 1 x Halbpension, Preisindikation: ab 4 Teilnehmer ab ca 1000 Euro ab/bis Marrakesch

BESTE REISEZEIT:
Mai / Juni und September/Oktober

ANDERE VERANSTALTUNGEN VON TREKKING-TOUREN IM ATLAS
Tour mit Besteigung des M’Goun über 4 000 m: Hauser Exkursionen
Wandern / Trekking im Hohen Atlas: Diamir – DAV-Summit-Club – Wikinger Reisen – ASI Reisen

 

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Info: So weit die Füße tragen


MAROKKO: EIN HERVORRAGENDES LAND FÜR WANDERER
von Georg Schreiner

Im Hohen Atlas ist noch nicht alles erschlossen. Für Wanderer ist das natürlich gut. Gerade weil viele Täler in diesem Gebiet von der Außenwelt noch abgeschnitten und nur zu Fuß erreichbar sind, ist das Trekking dort besonders reizvoll. Aber grundsätzlich verfügt Marokko über eine sehr gute touristische Infrastruktur: Ob das nun die Flüge nach Marrakesch oder die Unterkünfte und Restaurants betrifft – da passt alles. Auch außerhalb der Metropolen ist die Versorgung für Trekkingtouren gut. In dem Dorf Aït Bouguemez, dem Ausgangspunkt unserer viertägigen Wanderung, war die gesamte Infrastruktur vorhanden: Zelte, Maultiere, Isomatten – dort gibt es sogar kleine Boutiquen, wo man das Wichtigste einkaufen kann. Wir hatten auf der Tour für 30 Leute alles an Verpflegung und Wasser dabei und waren völlig autark. Das muss auch so sein, da man nie genau wissen kann, ob man unterwegs in den abgelegenen Dörfern etwas bekommt. Die Ausrüstung und die Vorräte wurden auf 10 Maultiere geladen. Jedes Maultier wurde von einer Person geführt. Das Team bestand aus 13 Leuten: Yasin (Bergführer), Mohamed (Koch), Ibrahim (Helfer) sowie 10 Maultiertreiber. Die Agentur wird von Yasin geführt, der aus dieser Region stammt. Er stellt auch die Ausrüstung und die Zelte zur Verfügung.

Unsere Gruppe war gemeinsam von Frankfurt/Hahn nach Marrakesch geflogen. Das Riad hatte ich direkt von Deutschland aus gebucht. Yasin organisierte die Geländewagen und brachte uns von Marrakesch nach Aït Bouguemez (das auch Tal der Glückseligen genannt wird.) Yasin ist absolut verlässlich. Wir fühlten uns von ihm und seinem Team perfekt betreut und würden auf jeden Fall wieder mit ihm durch die Berge ziehen. Diese Tour war mit solch starken Eindrücken verbunden, die ich auf meinen Wandertouren in den Pyrenäen, in Andalusien oder in der Schweiz nicht erlebt habe. Und dass, obwohl man in den Wandergebieten dieser Regionen auch ziemlich gutes Trekking unternehmen kann. Aber mit den Trekkingebieten in Marokko kann man das nicht vergleichen. Eine mit Zelten beladene Maultiertour durch derart abgelegene Täler kann man nur in Marokko machen. Diese Form des ursprünglichen Wanderns gibt es in Europa nicht mehr. Ich würde unsere Tour durch die Schlucht des M’Goun mit meinen Trekkingtouren in Nepal vergleichen.

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Info: So weit die Füße tragen


WANDERTIPS
von Georg Schreiner

Weniger ist mehr: Im Juni reichen eine Trekking-Hose und zwei bis drei T-Shirts, zwei kurze Hosen und eine Jacke für abends. Lange Hosen haben wir eigentlich gar nicht gebraucht. Überhaupt braucht man relativ wenig, nur einen Rucksack. Das Zelt und die Isomatten wurden vom Veranstalter gestellt.

Passendes Schuhwerk: Wir haben zwei Paar gebraucht: gute Wanderschuhe und Laufschuhe. Für das Durchqueren von Flüssen braucht man entweder Trekking-Sandalen oder Laufschuhe mit eingenähter Netzoberfläche, durch die das Wasser herauslaufen kann. Alter: Wenn jemand in guter Kondition ist, ist Bergwandern auch im höheren Alter völlig problemlos. Ich habe mal eine Gruppe geführt, da war der älteste Teilnehmer 67 Jahre alt. Die Wanderung war überhaupt kein Problem. Der Mann war nach der Tour völlig begeistert. Die tollste Reise, die er je gemacht hatte.

Gefahren: Kondition und gelaufene Höhenmeter sind selten ein Problem. Vier- bis fünfstündiges Laufen ist für einen Wanderer normal. Gefährlich ist nur die Sonne, weil ein Sonnenstich drohen kann. Außerdem ist mehrstündiges Wandern in praller Sonne sehr anstrengend.

Wandern mit Kindern: Bei der Tour durch die M’Goun-Schlucht waren insgesamt neun Kinder dabei, zwei waren meine eigenen. Für die Kinder war das ein tolles Erlebnis, sie haben die Tour auch gut verkraftet. Lediglich einmal hatte ein Junge Probleme mit der prallen Sonne. Er hatte einen ganz leichten Sonnenstich, nichts Dramatisches, aber man muss aufpassen. Denn die Sonne brennt einem unerbittlich von morgens sieben Uhr bis abends sieben Uhr auf den Kopf.

Die fremde Kultur: Kinder sind bei einer solchen Wanderung derart abgelenkt, dass sie überhaupt keine Zeit mehr haben an Ort und Stelle die Erfahrungen zu reflektieren. Es gibt ständig etwas zu tun. Entweder wird gewandert oder beim Zeltaufbau geholfen. Danach – und das nach 8 bis 10 Stunden Wandern – wird sofort Fußball gespielt! Nach dem Essen sauber machen, duschen, und dann ist es schon dunkel. Auf unserer Tour sind die Kinder ins Bett gefallen, sie waren fix und fertig. Erst nach einigen Monaten, zu Hause, haben sie kapiert, was für eine tolle Sache diese Tour war. Sie realisierten, dass es Kinder gibt, die kein Internet, nicht einmal Strom haben und für die eine Cola oder Fanta schon Luxus bedeutet, weil man das nicht jederzeit bekommen kann. Kinder erkennen durchaus, dass die Dinge nicht so sind wie bei uns. So wird eine Wandertour zu einer Riesenerfahrung.


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